Ahnen- und Familienforschung Voglgsang

 

 

Laub - Hausnummer 1 

Hausname: Hanscaspar, 1822: Hanscaspar, 1801 und 1760 ufm Rabenhäusl

In der Hauptgüterconskription von 1752 wird diese Sölde beschrieben:

Hans Caspar Seefridt besitzt ein Söldenhaus, das zum Castenamt Wemding gehört, Erbrecht besitzt und 1/16 Hoffuß hat und 26 xr 1 hl. Fourage gibt. Er besitzt eigene Güter: 30 Peet Acker, 2 Peet Krautgarten, 2 Tgw. Zweimädige Wiesen, ½ viertl Tgw. Zweimädige Wiesen, 1 Tgw. Einmädige Wiesen. Dazu ½ Lehen in 30 Peet Acker, 8 Peet Krautgarten, 1 ½ Tgw. Wiesen, das zur Pfarrei Laub gehört und jährlich 30 xr. Grundzins im Pfarrhof zahlt.

Ganze Steuer der eigenen Gründe: 1 Gulden 9 xr.

Hofanlagebuch von 1760: Hanns Caspar Seefridt aufm Rabenhäusl (später Josef Seefridt) hat eine Sölde 1/16 Hoffuß, fourage 26 ¼ xr., Herdstättgeld 25 xr., Jagdschawerch 3 ¾ xr.

Im Ergänzungsteil ist auch das ½ Lehen zur Pfarrei Laub aufgeführt.

Besitzerreihe:

Als ältester bekannte Besitzer ist Martin Leffeladt und seine Frau Barbara zu nennen. Sie waren vor 1683 auf der Sölde.

Am 18. Mai 1683 heiratet Leonhardt Reicharzer die Catharina Leffelad von Laub. Er ist der Sohn des Johann Reicharzer und seiner Frau Barbara von Kreuth (gemeint ist wahrscheinlich Amerbachkreuth). Sie ist die Tochter des Martin und der Barbara Leffeladt.

Aus dieser Ehe entsprossen 2 Kinder: Hans Georg Reicharzer und Maria Reicharzer.

Nach dem Tode des Leonhardt Reicharzer heiratet die Witwe Catharina Reicharzer, geb. Leffeladin, am 25.02.1699 den Martin Schneidt, Sohn des Schropauren Leonhardt und Eva Schneidt.

Nun hat Martin Schneidt lt. Brief vom 21.07.1707 mit seinen beiden Stiefkindern Johann Georg Reicharzer und Maria, nunmehr Ehefrau des H. Ulrich Seefridt, folgenden Vergleich getroffen. Die beiden erhalten die neuerbaute Söldenbehausung Nr. 43 (neben Peter und Leonhardt Wager). Übergabspreis der neuen Söldenbehausung 800 fl. Den oberen Teil erhält die Tochter Maria (mit ihrem Mann), den untern Teil erhält der Sohn Joh. Georg Reicharzer und jedes Kind erhält das väterliche Erbgut von 400 fl. Hingegen soll der Stiefvater Martin Schneidt die Söldenbehausung im oberen Dorf zwischen Leonhardt Fackhler und der Gemeinde um 300 fl. Erhalten Nr. 1! Die Kinder unterhalten das untere Haus, er das obere!  

Lt. Taufschbrief vom 11.02.1713 tauschen sie nun die Wohnungen. Martin Schneidt erhält die neuerbaute Sölde Nr. 43 um 800 fl. Dagegen erhält Hans Ulrich Seefridt mit seiner Frau die Söldenbehausung im Oberdorf Nr. 1 zwischen der Gmain und L. Fackhler um 300 fl.

Somit ist der neue Besitzer Hans Ulrich Seefridt mit seiner Frau Maria Ann Reicharzer, Tochter des Leonhardt und der Catharina Reicharzer. Die beiden haben am 15.02.1707 geheiratet. Er ist am 21.06.1683 geboren. Vom 21.07.1707 bis 11.02.1713 lebten Hand Ulrich Seefridt mit seiner Frau Maria Ann auf Nr. 43.

Lt. Übergabsbrief vom 19.10.1740 übergibt Maria Seefried, Witib des gestorbenen Hans Ulrich Seefridt, Söldner, ihrem Sohne Hans Caspar Seefridt ihre Söldenbehausung neben Philipp Fackhler gelegen nebst ½ Lehen, das in wenigen Ackerl und Wiesen besteht, incl. 2 Pferde, 1 tragende Kuh, um 700 fl.

Als Heiratsgut darf er sich 300 fl. Sein Ähndlgut zu 175 fl. gleich abziehen. Zusammen 475 fl.! Von den 12 Pämben (Bäumen) nimmt sie sich einen aus und im Nebenhaus muss man ihr eine Stube herrichten, worin sie lebenslänglich Herberg und auch Kost hat.

Johann Caspar schließt den Ehevertrag lt. Brief vom 16.11.1741 mit Gertraud Seefridt, Tochter des Hans Georg Seefridt und Margareta. Sie bringt im 300 fl. Heiratsgut. Er hat seine Söldenbehausung. Er ist geboren am 02.11.1707. Die Trauung war am 01.08.1742 (1741).

Lt. Übergabsbrief vom 16.11.1781 übergibt der verwitibte Söldner Hans Caspar Seefridt seinem Sohn Joseph Seefridt, ledig, noch vogtbar, seine Söldenbehausung mit Stadel und Garten neben Georg Schneidt gelegen im Oberdorf nebst ½ Lehen, das in wenigen Ackerl und Wiesen besteht und dem Pfarrer zu Laub jährlich 30 xr. reicht, und ¾ Tgw. Mezenwiesen um 1050 fl. Davon darf er 200 fl. als Heiratsgut behalten. Die Ehe wurde geschlossen am 19.08.1783. Er ist geboren am 12.03.1754.

Lt. Brief schloss Joseph Seefridt am 23.07.1783 den Ehevertrag mit Barbara Schneidt, der ehelidchen Tochter des Söldners Georg Schneidt und Katharina. Sie bringt ihm 500 fl. Heiratsgut. Davon 200 fl. bar, 300 fl. in Gütern (1 Tgw. Zweimädige Wiesen, 1 ½ Morgen Acker, ½ Morgen Acker) und Ausfertigung. Trauung am 19.08.1783.

Nach dem Tode seiner 1. Frau Barbara schloss der verw. Söldner Josef Seefridt den Ehevertrag am 01.09.1786 mit Anna Maria Gutmann, Tochter des Martin Gutmann, Spitzmüllern zu Wolferstadt, und Maria Anna. Die Braut bringt ihm eine mittlere Ausfertigung und 1000 fl. Heiratsgut in die Ehe. Die Trauung war am 05.09.1786.

In der Fassion von 1809 schildert Joseph Seefridt seinen Besitz also: Hanskaspar, Sölde Nr. 1, ein gemauertes Wohnhaus, ein gemauertes Stadl, 1 Baum- und Wurzgarten, Nutzanteil an den unverteilten Gemeindegründen, ganzes Gemeinderecht, Weiderecht für 8 Stück Rindvieh. Gerichtsbar zum Landgericht Graisbach, ludeigen, zinsbar zum Rentamt Graisbach, Blutzehent zur Pfarrei Laub. 1 Feldlehen, jetzt eigen zu 8,68 Tgw. (früher Lehen zur Pfarrei). Davon zahlt er weiterhin Grundzins 30 xr.

Grosszehent zum kgl. Rentamt vom fixierten Grosszehent diesseits der Rorach: Roggen 3 Vierling 1 Sechz., Dinkel 2 Vierling, Gerste 1 Mezen 1 Sechz., Haber 1 Vierling.

Grosszehent jenseits der Rorach: 3 xr. und 10 hl.!

Lt. Brief übergibt Joseph Seefridt seinem Sohn Anton Seefridt am 21.12.1821 sein Anwesen Nr. 1 mit ½ Feldlehen, 6 Jauchert, 8 eigenen Grundstücken, um 2400 fl.

Davon darf er als Heiratsgut 600 fl. abziehen.

Am gleichen Tage schloss Anton Seefridt den Ehevertrag lt. Brief mit Maria Anna Kessler, Tochter des Joseph Kessler von Huisheim. Sie verspricht eine Ausfertigung zu 15 fl. und 750 fl. Heiratsgut. Die Ehe wurde am 05.02.1822 geschlossen. Anton Seefridt ist geb. am 21.10.1788 und gestorben am 08.05.1829. Sie ist geboren am 22.05.1795 und gestorben am 29.07.1858.

Lt. Ehevertrag vom 29.07.1829 schliesst der ledige Söldnerssohn Franz Reicharzer, geb. 04.06.1799, gestorben 08.12.1869, vom Militärdienst entlassen, mit der Witwe des Anton Seefridt auf Nr. 1 Marianna, geb. Kessler von Huisheim, den Ehevertrag und Erbvertrag. Die Hochzeiterin hat eine Sölde Nr. 1 und ½ Feldlehen und 7 Gründstücke von ihrem Mann übernommen. Wert: 2089 fl.! Ihr Kind aus 1. Ehe Walburga Seefridt, geb. 05.12.1822, erhält als Vatergut 200 fl. vermacht. Der Hochzeiter bringt 700 fl. Heiratsgut in die Ehe. Sein Vater heisst Ulrich Reicharzer. Die Ehe wurde am 17.08.1829 geschlossen.

Grundbesitz des Franz Feicharzer um 1855: 18,72 Tgw. Im Jahre 1852 kamen 6 Gemeindeteile dazu mit 2,92 Tgw.

Bodenzins 1852: 4 fl. 17 xr. 2 ½ hl.

Fixierte Grundabgabe: 5 fl. 57 xr. 3 ¼ hl.

Lt. Brief vom 03.11.1848 wurden Pln. 761 und 1101 von Josef Seefridt et Cons. Um 215 fl. dazugekauft.

Den Besitz übernahm lt. Not. Urkunde vom 06.05.1865 Joseph Reicharzer, der Sohn, mit seiner Ehefrau Theres Reicharzer, geb. Schimmele von Minderoffingen um 3900 fl. Die beiden schlossen die Ehe am 13.06.1865.

Nach dem Tode ihres Mannes am 18. Mai 1870 erwarb den Besitz Nr. 1 durch Erbteilung die Gattin Theres Reicharzer um 5134 fl. 3 xr. lt. Not. Urkunde vom 16.01.1871.

Die Witwe Theres Reicharzer schloss am 07.02.1871 die Ehe mit Joseph Hönle und heiratete ihm den Besitz an.

Er ist geborben am 06.02.1833 und gestorben am 23.01.1905. Sie ist geboren am 11.10.1842 in Minderoffingen und gestorben am 29.11.1913.

Lt. Not. Urkunde vom 09.05.1877 wurde Pln. 1925 Gaisbrücklein zu 100 dez. von Josef David Gutmann in Öttingen um 728,57 Mark dazu gekauft. Besitz um 1880: 21,82 Tagwerk.

Lt. Not. Urkunde vom 18.06.1904 hat der Sohn des Joseph Hönle mit Namen Eugen Hönle den Besitz mit den Grundstücken in Schwörsheim und Amerbach um 11500 Mark übernommen. Es waren jetzt 22,23 Tagwerk.

Lt. Ehevertrag vom 30.01.1905 schloss er dann den Heiratsvertrag mit Walburge Braun von Nr. 25. Die Hochzeit fand am 28.02.1905 statt.

Er ist geboren am 18.07.1877 auf Nr. 1 in Laub. Sie ist geboren am 05.03.1877 auf Nr. 25.

Lt. Not. Urkunde vom 07.02.1947 übernahm der Sohn Aegidius Hönle den Besitz. Er schloss die Ehe mit Rosa Schneid von Nr. 33.