Ahnen- und Familienforschung Voglgsang

 

 

Laub - Hausnummer 5 

Hausname: Stoffel, 1852 Stoffel, 1801 und 1760 ufm Lerchenhäusl

In der Hauptgüterconscription von 1752 wird diese Sölde also beschrieben:

Jacob Fackhler, besitzt eine Sölde 1/16 Hoffuß, gehört zum Castenamt Wemding, besitzt Erbrecht, fourage 26 xr. 1 hl. Eigene Güter: 82 Peet Acker, 5 Peet Krautgarten, 4 ¾ Tgw. zweimädige Wiesen, 1 Tgw. einmädige Wiesen, davon Steuer: 1 fl. 31 xr.

Er besitzt ein halbes Lehen, 2 1/3 Morgen Acker, 1 ½ Tgw. einmädige Wiesen, 1 Krautgarten, das zur Pfarrei Laub gehört. Davon gibt er dem Herrn Pfarrer jährlich 30 xr.

Im Hofanlagebuch von 1760 steht: Jacob Fackhler (jetzt Christoph) besitzt das Lerchenhäusl, gehört zum Castenamt Wemding, Erbrecht, Hoffuß 1/16, fourage 26 ¼ xr., Herdstättgeld 25 xr., Jagdscharwerk 3 ¾ xr. (Das Lehen zur Pfarrei ist hier nicht erwähnt). In der Ergänzung ist der Grundbesitz so: 88 Peet Acker, 12 Peet Krautgarten, 3 Tgw. und 1 ½ Viertl zweimädige Wiesen, 2 ¾ Tgw. einmädige Wiesen, ½ Lehen zur Pfarrei Laub in 2 1/3 Morgen Acker und kleinen Krautgarten. Grundzins zur Pfarrei 30 xr.! Hier fehlt: 1 ½ Tgw. einmädige Wiesen.

Besitzer:

Nach der Pfarrmatrikel Laub sind die ältesten bekannten Besitzer der Sölde Matthias Seefridt und Maria Seefridt, geb. Schneidt.

Matthias Seefridt heiratete am 01.05.1679 die Maria Schneidt, Tochter des Godefridt Schneidt und Agnes.

Aus dieser Ehe ging ein Kind Josef hervor, der am 17.03.1680 geboren wurde und starb und auch den Tod der Mutter zur Folge hatte. Sie starb ex puerperio (verstorben in Folge der schweren Geburt) am 25.03.1680 mit 24 Jahren.

Am 19.11.1680 schloss der Witwer Matthias die Ehe mit Anna Mayr, der Tochter des Benedikt Mayr und der Apollonia. Sie starb am 09.04.1702 im Alter von 42 Jahren.

Aus dieser Ehe gingen 3 Kinder hervor:

Franz, der am 13.10.1681 geboren wurde und im Jahre 1707 nach Nußbichel heiratete und zwar Maria Hirsbeck.

Johann Ulrich, geb. 21.06.1683, geheiratet im Jahre 1707 Maria Reicharzer von Nr. 1.

Susanna, geb. 10.02.1685, geheiratet im Jahre 1703 den Georg Trollmann von Amerbach.

Die 3 Kinder haben alle weg geheiratet nach Nußbichel, auf Nr. 1 und nach Amerbach. Daher übergibt der Vater Matthias Seefridt lt. Kaufbrief vom 10.03.1729 seine Söldenbehausung zwischen Andreas Fackhler und Lorenz Reicharzer seiner lieben Base Maria Anna Seefridt, des Franzen Seefridt, Halbbauern, in Nußbichel Tochter. Er gibt ihr auch das zum Pfarrhof in Laub zinsbare halbe Feldlehen, so in 3 ½ Morgen Äcker und Wiesen und Krautgarten besteht. Alles zusammen um 1200 fl.

Marianna Seefridt heiratet lt. Ehevertrag den Jacob Fackhler, Sohn des Georg Fackhler und Anna. Er bringt ihr 800 fl. Heiratsgut und ¾ Tgw. Wiesen. Sie hat die Söldenbehausung mit Grundstücken und ½ Feldlehen. Brief vom 10.03.1729. Die Trauung fand am 21.02.1729 statt.

Nach dem Tode seiner Frau Marianna, geb. Seefridt, hat der Witiber Jacob Fackhler, Söldner, seinen 6 unmündigen Kindern das mütterliche Erbgut vermacht und zwar Barbara (19), Leopold (17), Antoni (14), Johann (9), Josef (5), Franz 4 Jahre alt. Er selbst behält die Sölde mit allem Besitz.

Die 6 Kinder erhalten je 200 fl. und bei Standesveränderung eine Ausfertigung, die Tochter Barbara erhält für eine Kuh, die Söhne für ein Handwerk lernen oder Ehrenkleid je 25 fl. Brief vom 20.11.1749.

Dann heiratet der Witiber Jacob Fackhler lt. Heiratsbrief vom 27.11.1749 die Barbara Danhauserin, eheliche Tochter des Adam Danhauser, Traxler in Pelzheim, und der Anna Maria. Sie verspricht ihm 250 fl. und eine Ausfertigung zum Heiratsgut.

Lt. Matrikelbuch heiratet Jacob Fackhler am 26.01.1751 die Witwe Theresia Mayrin. Demnach muss die 2. Frau sehr bald gestorben sein. Da die Briefprotokolle von 1750 – 1755 fehlen, lässt sich hier keine Unterlage finden.

Lt. Übergabsbrief vom 11.03.1779 übergeben Jacob Fackhler, Söldner und sein Weib Theresia ihrem ehelichen Sohn Christoph Fackhler, ledig, vogtbar, ihre Söldenbehausung zwischen Hans Georg Reicharzer, Metzger, und Georg Löffladts Witib Katharina, ein halbes Feldlehen in 34 Beet Acker, 8 Beet Krautgarten, 1 ½ Tgw. einmädige Wiesen bestehend, dann ¾ Tgw. zweimädige Wiesen, sämtliche Zugehör, dann 2 einjährige Stier um 1000 fl. Der Übernehmer muss die Bachkapelle im oberen Dorf unterhalten solange er im Leben ist, in der Reparation!!

Lt. Ehevertrag vom 15.02.1802 schließt der Söldnerssohn und Söldenbesitzer Christoph Fackhler die Ehe mit Barbara Aurnhammer, Tochter des .... Aurnhammer, von Decking-Rothenberg, Söldnerstochter. Die Braut verspricht ihm 800 fl. Heiratsgut und Ausfertigung. Er hat seine Söldenbehausung, das Lerchenhäusl, ½ Feldlehen und eigene Güter.

Auffallend ist die lange Zeitspanne zwischen der Hochzeit und Christoph Fackhler und der des Jacob Fackhler mit Theresia Mayr. Aber es findet sich nirgends ein Zwischenglied. Anna 1802 ist bei Christoph Fackhler angegeben, dass seine Eltern Jacob und Theresia heißen. Noch etwas ist unklar. Lt. Kaufbrief vom 10.05.1780 verkaufen die Jacob Fackhlerischen Erben Theresia Fackhler, Witib, und 6 Consorten dem Juden Heim Mendl et 3 Consorten 30 Grundstücke um 2900 fl. Am 10.05.1780 verkaufen dann die Juden dem Christoph Fackhler, led. Söldner, von obigen Grundstücken 14 um 1470 fl. Nachdem der Übergabsbrief vom 11.03.1779 datiert ist, sollte doch Christoph Fackhler bereits Besitzer der Sölde sein. Doch, das war er. Aber es fiel auf, dass bei der Übergabe von 1779 außer dem halben Feldlehen bloß ¾ Tgw. zweimädige Wiesen genannt waren. Die Kinder aus 1. Ehe werden ihren Anteil angemeldet haben. So blieb nichts anderes übrig als 30 Güter zu verkaufen, um allen Kindern das Erbteil zu geben. Dabei hat dann Christoph wieder 14 Grundstücke gekauft.

Christoph Fackhler schildert in der Fassion von 1809 seinen Besitz: Hausname Stoffel, Söldenbehausung Nr. 5 mit Stadl, Stallung, Hofraith, kleinem Wurzgärtl, ganzes Gem. Recht, Nutzanteil an den unverteilten Gemeindegründen, Weiderecht für 8 St. Vieh. ½ Feldlehen. Zinsbar zum Rentamt Graisbach, Landgericht Graisbach, Blutzehent zur Pfarrei Laub, von ½ Lehen Großzehent nach Graisbach, Kleinzehent zur Pfarrei Laub.

Dazu gekauft wurden von Christoph Fackhler:

Pln. 664 im steinigen Feld und Pln. 670 und Sandacker zusammen 109 Dez. um 200 im Jahre 1817 von Georg Seefridischen Halbhof. Pln. 1359 und 1734 zu 62 und 65 Dez. Pln. 882 Lißacker zu 97 Dez. um 80 fl. erkauft 1817. Pln. 856 im Mahd zu 93 Dez. um 36 fl. anno 1817.

Christoph Fackhler kam auf Gant. Lt. Brief vom 14.01.1824 kaufen die jüdischen Handelsleute Haijum Maier von Treuchtlichen aus der Christoph Facklerischen Gantmasse das Söldenhaus mit Zugehör, 1/3 Feldlehen, und 9 Grundstücke um 1600 fl. Sie verkaufen dann lt. Brief vom gleichen Tage das Söldenhaus mit Zugehör an Simon Bairle um 700 fl.

Dann werden verkauft ¾ Morgen Acker im Mühlfeldle an Xaver Maier um 90 fl., an Leonhardt Braun ¾ Tgw. obere Wiesen um 192 fl., 3/8 Morgen Acker an Lorenz Stöckelhuber um 44 fl., 2 Morgen Acker und Wiese, Kreuzwiese, an G. Kaspar Lang von Ursheim um 340 fl. dann ½ Tgw. Duiffwiese um 110 fl., ¼ Morgen Acker, 25 fl. 3/8 Morgen Acker an Jakob Eder um 25 fl., 1 Tgw. Mezenauwiese um 45 fl., ½ Morgen Acker um 52 fl. an Anton Baierle.

Das halbe Feldlehen verkauft Hajum an Erasmus Löffladt um 400 fl.

Zu gleicher Zeit verkauft Joh. Caspar Baierle die Sölde beim Schuster um 600 fl. an Erasmus Löffladt. Der Sohn des Caspar Baierle mit Namen Simon ist nunmehr der neue Besitzer von Nr. 5.

Simon Baierle ist geboren am 23.09.1796 und gestorben am 05.04.1867. Er heiratete anno 1830 die Margareta Seefridt, geb. 08.06.1807 und gestorben 1882 zu Munningen.

Lt. Ehevertrag vom 04.08.1830 schließt der ledige Söldnerssohn Simon Baierle des Joh. Caspar Baierle die Ehe mit der 23 jährigen Söldnerstochter Marg. Seefridt, Tochter des Josef Seefridt, Budelweber. Sie hat 400 fl. Heiratsgut, aber alles in Gütern: ¼ Tgw. Burglehenwiese, ½ Tgw. Seemwiese, ¼ Jauchert Acker im Krautgartenfeld, ¼ Jauchert Sandacker, ¾ Morgen Mahdacker, 1/8 Morgen Acker Leimgrube, ¼ Morgen Acker Baderschlag, 300 fl. Und 100 fl. erhält sie noch bar. Dazu 1 Kuh zu 35 fl. und Ausfertigung zu 36 fl.

Grundbesitz um 1852: 12,41 Tgw. Steuer: 1 fl. 57 xr. 9 hl.

Anno 1852 kommen die 6 Gemeindeteile dazu: 2,93 Tgw.

Bodenzins 1852: 6 fl. 33 xr. 1 ½ hl.

Fixierte Grundabgabe 1853: 9 fl. 6 xr. 1 ½ hl.

Lt. Not. Urkunde vom 26.01.1866 erkaufen den Besitz zu 12,41 Tgw. Abraham Michelbacher und Moses Löb Gutmann um 7200 fl.

Dann tauscht diesen Gesamtbesitz ein lt. Not. Urkunde vom 06.02.1866 gegen das Anwesen in Schwörsheim und gibt 900 fl. auf Johann Nikolaus Hertle und Josepha in Schwörsheim.

Vorstehenden Besitz zu 14,59 Tgw. erwarb lt. Not. Urkunde vom 26.03.1877 mit Besitz in Amerbach, Schwörsheim und Wechingen um 7237 fl. Johann Nikolais Hertle, nachdem seine Frau Josepha gestorben war.

Jetzt erwarb vorstehenden Besitz lt. Nor. Urkunde vom 13.05.1879 mit Besitz in Amerbach, Schwörsheim und Wechingen um 10971 Mark: Georg Hertle.

Johann Georg Hertle, geb. 27.03.1859 auf Nr. 32 in Laub, gestorben 25.05.1888, heiratete am 08.07.1879 die Josepha Fackler, geb. 27.02.1859 in Laub Nr. 69, gestorben 16.03.1901.

Nach dem Tode des Mannes am 25.05.1888 heiratete die Witwe Josepha Hertle den Johann Hermann, geb. 07.06.1854 auf Nr. 65, gestorben 20.04.1893. Die Trauung war am 30.04.1889.

Den Besitz zu 15,75 Tgw. erwarb lt. Not. Urkunde vom 20.12.1888 die Witwe Josepha Hertle, mit ihren 5 Kindern. Sie übernahm dann als Alleineigentum den Besitz um 7193 Mark. Dann übernahm obigen Besitz zum Miteigentum um 4400 Mark Johann Hermann.

Die mitbesitzenden Kinder hießen: Walburga, Rosa, Berta, Caecilia, Josepha.

Besitz: 15,75 Tgw. um 1890.

Der Besitz wurde lt. Zeugnis des Amtsgerichts vom 19.04.1901 gemeinschaftliches Eigentum von dem Ehemann Johann Hermann und den 10 Kindern. Den ideellen Anteil des Vaters ererbten dessen 10 Kinder zu gleichen Anteilen.

Den Besitz von 15,75 Tgw. erkaufte lt. Not. Urkunde vom 15.05.1903 mit Besitz in Amerbach, Schwörsheim und Wechingen um 13000 Mark incl. Baumann Ulrich von Eulenhof und Baumann Brigitte wurde das Anwesen überlassen für 12000 Mark. Not. Urkunde vom 26.10.1909. Besitz: 16,48 Tgw.

Lt. Ehevertrag vom 20.10.1910 übernahm Konrad Hönle und seine Braut Brigitte Baumann den Besitz in allgem. Gütergemeinschaft.

Der Besitz ging dann auf die Tochter Theresia über durch Erbschaft lt. Not. Urkunde vom 25.05.1950, die mit dem Bauern Eduard Fackler Nr. 28 verheiratet ist. Besitz: 18,67 Tagwerk. Konrad Hönle und Brigitte Baumann heiraten am 22.11.1910. Er ist geb. am 07.10.1874 auf Nr. 1, sie am 08.10.1875 Eulenhof.