Ahnen- und Familienforschung Voglgsang

 

 

Laub - Hausnummer 8 

Hausname: Weiß, 1852 beim Weißen, 1808 beim Weißen. 1760 Preuhäusl. 1801: Brauhäusl.

In der Hauptgüterconscription vom Jahr 1752 ist dieses Haus nicht angeführt. Es bestand aber bereits und gehörte zur Brauerei Nr. 9. Daher auch der Name Brauhäusl.

Im Jahre 1760 im Hofanlagebuch wird als Besitzer dieser Sölde angeführt Franz Reicharzer (jetzt Joseph Fackhler) ufm Preuhäusl.

Er besitzt eine Sölde, zum Castenamt Wemding gehörig, mit Erbrecht, Hoffuß 1/16, fourage 26 ¼ xr., Herdstättgeld 25 xr., Jagdscharwerch 3 ¾ xr.

Item besitzt er vom Rorichhof 1/8, Castenamt Wemding, Erbrecht, fourage 52 ½ xr., Jagdscharwerch 7 ½ xr.

In der Ergänzung hat Franz Reicharzer noch eigene Güter:

55 Peet Acker, 10 Peet Krautgarten, 2 Tgw. zweimädige Wiesen, 1 ½ Tgw. einmädige Wiesen.

Besitzer:

Lt. Kaufbrief vom 28.04.1760 verkauft der Bräuer Josef Schmidt zu Laub auf Nr. 9 dem Franz Xaver Reicharzer und dessen Eheweib Theresia seine Söldenbehausung, die zwischen Johannes Praun, Wirt, und Hans Georg Wintsch, Söldner, gelegen ist, und auch ¼ Höfl zu Feld in 8 7/8 Morgen Acker und 4 ¼ Tgw. Wiesen, handlängig zum Castenamt Wemding, 1 Stoß Holz, 1 eiserne Eggen, 60 Schuech Sollnhofener Platte um 1800 fl.

Am gleichen Tage schliesst Franz Xaver, der von Amerbachkreuth stamm, den Ehevertrag lt. Brief vom 28.04.1760 mit Theresia Löffladt, ihr Bruder ist der Ulrich Löffladt. Sie bringt als Heiratsgut eine standesgemäße Ausfertigung, 2 St. Vieh, 1500 fl. in Gütern (2 Beet im gehenden Feld, den Kälberacker, 3 Beet Acker, ½ Morgen Acker in der Lindich, 2 Beet Krautgarten, 2 ½ Viertl Wiesen auf der Luß, 1 Tgw. w. Wiesen in der Lindich, ½ Tgw. Langwiese, 1 Tgw. Wiese, die Rittlerin (eine schware Braut!).

So sind also Franz Xaver Reicharzer und seine Frau Theresia, geb. Löffladt, recht ansehnliche Söldnerseheleute.

Aber er kauft lt. Brief vom 24.10.1772 von den Erben des Christof Fackhler, der Witwe Katharina Fackhler und Josef Fackhler und weiteren 4 Erben „ihr ererbtes und vom Vater selig an sich gebrachtem ¼ Höfl (am 07.02.1749), das in 8 ½ Morgen Acker und ½ Tgw. Wiesen besteht um 700 fl. und 1 Carolin Leykauf.“

(Andreas Seefridt, Söldner hatte 24 Grundstücke um 2300 fl. erkauft aus dieser Erbmasse!)

Franz Xaver Reicharzer war damit zu einem Halbbauer aufgerückt. Doch bereits am 12.07.1780 verkaufte er seinen Besitz.

Kaufbrief vom 12.07.1780 pro 6500 fl. und 100 bayerische Thaler Handleykauf.

Franz Xaver Reicharzer und seine Ehefrau Theresia verkaufen dem ehrbaren Mayrbauern zu Laub Josef Reicharzer, dann Franz Reicharzer und Joseph Fackhler zu Laub ihr sämtliches Vermögen: Söldenhaus, Stall, Gärtl zwischen Josef Löffladt und Johannes Braun, Bräuer, ferner ihr am 28.04.1760 durch Kauf an sich gebrachtes ¼ Höfl, das in 8 7/8 Morgen Acker und 6/4 Tgw. Wiesen besteht, ferner ihr durch Kauf am 24.10.1772 an sich gebrachtes ¼ Höfl mit 8 ½ Morgen Acker und ½ Tgw. Wiesen, mit Dareingab von vorhandenem Getreide, Futter, Stroh, 4 Kühe, 1 Kalbl, 1 Stier, 1 Kalb, 2 Schubochsen, 2 Pferde, 1 Follen, 4 Schweise, 2 Geißböcke, nebst Wagen, Ketten und Inventar, ferner 21 ludeigene Grundstücke, 1 Tgw. Mezenauwiese, alles um 6500 fl. und 100 Thaler Leykauf.

Momentan kann ich nicht feststellen, warum Fr. Xaver Reicharzer seinen ansehnlichen Besitz verkauft hat.

Lt. Kaufbrief vom 12.07.1780 verkaufen vorhin genannte Joseph Reicharzer und Consorten ihre heute erkaufte Söldenbehausung Nr. 8 mit Stadl, Gärtl, Wagenwerk, 2 Schubochsen, ¼ Höfl zu Veldt, = 8 7/4 Morgen Acker, 5/4 Tgw. Wiesen, um 2400 fl. an den Joseph Fackhler, ledigen Standes.

Lt. Heiratsbrief vom 01.09.1780 schliesst Joseph Fackhler den Ehevertrag mit Maria Rosalia Lechner, Tochter des Sebastian Lechner, Bauern ufm Höfenhof und M. Josepha. Die Braut bringt als Heiratsgut eine Ausfertigung, 1 Kuh, 1 Rauppen, 1 Follen, 700 fl. bar.

Joseph Fackhler und M. Rosalia Lechner sind ab 1780 Besitzer. In der Fassion vom 14.11.1808 schildert Josef Fackhler seinen Besitz wie folgt:

Sölde zum Weiß, ein gemauertes Söldenwohnhaus, ein gemauerten Strohstadel, 1 kleines Baumgärtl, 2 Wurzgärtl, ¼ Morgen, Blutzehent zur Pfarrei Laub, zinsbar zum Heiligen in Laub, 1 Gemeinderecht, Nutzanteil an den unveräusserten Gemeindegründen, Weiderecht für 8 Stück Vieh, ¼ Rorachhof wird zubauweise besessen. Er ist erbrechtweise grundbar zum Rentamt Graisbach, Landgericht Graisbach. Großzehent zum Rentamt, Kleinzehen zur Pfarrei Laub.

Diese Realitäten wurden lt. Brief vom 12.07.1780 von Josef und Franz Reicharzer um 2400 fl. erkauft.

2 ¼ Jauchert an der langen Heckh im oberen Feld wurde von den kgl. Amtsgütern in der Versteigerung um 100 fl. erkauft. Rest des zertrümmerten, unbezimmerten Rorachhofes 11,82 Tgw.!

Nach dem Tode des Joseph und der Rosalia Fackhler übergaben die Kinder, die das Anwesen nach dem längst erfolgten Tode der Eltern gemeinschaftlich fortgeführt hatten und von denen es keinem gelungen war eine schickliche Heiratspartie zu machen, ihrer Schwester Josepha das elterliche Besitztum um 2000 fl. Diese Josepha hat eine günstige Gelegenheit sich zu verehelichen. Die anderen Geschwister waren: Johann, ledig, 46 Jahre, Johanna, ledig 39 Jahre, Walburga, ledig 27 Jahre, Josepha, 32 Jahre unter Beistand ihres Bräutigams Michael Rauwolf von Utzwingen.

Sie übergaben ihrer Schwester und deren Bräutigam die Söldenbehausung, Stadl, Wurz- und Baumgarten, ¼ Rorachhof in 8 ¾ Morgen (Jcht.) Acker, 2/4 Morgen Acker, ¾ Tgw. Krautgarten und Wiesen im Holzgarten, ¼ Tgw. Wiesen beim Weiher im Palmer, ½ Tgw. Wiesen in der Säm, 1 Tgw. Wiesen in der Hundsegerten, 1 Morgen Acker in der Baderschlacht, Dreingabe: 3 Kühe, 1 Rauppen, Kalb, 2 Schweine, Inventar. Der Bräutigam bringt 500 fl. Heiratsgut, 300 fl. von seinen Eltern und 200 fl. hat er selber verdient. Die Braut erhält 400 fl. Heiratsgut.

Beide schliessen den Ehevertrag am 04.08.1826 lt. Brief vom gleichen Tage. Michael Rauwolf ist geboren am 03.09.1796 in Utzwingen und am 22.05.1898 gestorben. Sie ist am 21.08.1794 geboren und am 04.08.1897 gestorben.

Im Jahre 1852 kamen zu dem Besitz 6 Gemeindeteile mit 2,92 Tgw.

Besitz 1852: 19 fl. 16 xr. ½ hl.

Fixierte Grundabgabe: 26 fl. 45 xr. 3 hl.

Dazu gekauft wurden am 10.04.1848 Pln. 1758 a+b um 160 fl. Pln. 236 im Mühlfeldle 73 Dez. und 776 Bergacker 53 Dez. um 360 fl. am 14.03.1853 von Juden.

Lt. Übergabsbrief vom 23.05.1857 übergibt Michael Rauwolf Nr. 8 seinem Sohne Leonhardt Rauwolf sein Anwesen Nr. 8, Wohnhaus, Nebengebäude, Hof, Gärtl, Rest des zertrümmerten Rorachhofes (halben) und ca. 40 Grundstücke, darunter die Palmerin mit 269 Dezimal, um 5500 fl. Der Sohn darf als Heiratsgut von dieser Summe 2500 fl. abziehen. Es ist zugleich das Vatergut.

Leonhardt Rauhwolf schliesst lt. Brief vom 23.05.1857 den Ehevertrag mit der Jungfrau M. Anna Härtle von Laub. Die Braut bringt 1500 fl. Heiratgut und 100 fl. für Ausfertigung. Die Ehe wurde am 16.06.1857 geschlossen. Er ist geboren am 03.09.1828 auf Nr. 8 und am 22.05.1898 gestorben. Sie ist geboren am 03.02.1836 und am 24.07.1897 gestorben.

Besitz: 26,07 Tgw.!

Vorstehenden Besitz übernahm lt. Not. Urkunde vom 03.12.1885 der Schwiegersohn Johann Ev. Seefried und die Tochter Margareta Rauhwolf mit dem Besitz in Wechingen, Schwörsheim und Amerbach zu 28,80 Tgw. um 12857 Mark. Josef Seefried ist geboren am 05.07.1858 auf Nr. 41 und gestorben am 02.10.1930. Sie ist geboren am 21.08.1859 auf Nr. 8 und gestorben am 02.02.1905. Trauung war am 26.01.1886.

Nach dem Tode der 1. Frau heiratete Josef Seefried die Josepha Braun die am 30.09.1865 auf Nr. 51 geboren wurde. Trauung am 11.01.1905. Den Besitz erbte Otto Seefried auf Grund des Ehe- und Erbvertrages.