Ahnen- und Familienforschung Voglgsang

 

 

Laub - Hausnummer 7 

Hausname: Bauer, 1852 beim Bauren, 1801 Gartenhäusl, 1752: ufm Gartenhäusl.

In der Hauptgüterconsciription von 1752 wird die Sölde beschrieben:

Hanß Georg Wintsch, besitzt eine Sölde, die zum Castenamt Wemding gehört, Hoffuß 1/16, fourage 26 xr. 1 hl., Erbrecht.

Er besitzt eigene Güter: 31 Peet Acker, 1 Tgw. zweimädige Wiesen, 1 ½ Tgw. einmädige Wiesen, 11 Peet Krautgarten, Steuer daraus: 51 xr.!

Nach einem späteren Eintrag um 1785: Josef Löffladt Witib Katharina besitzt die Hälfte des Schwalbenhofes zu dem Gartenhäusl dazu, ohne dass ein eigenes Haus gebaut wurde. Ein späterer Eintrag besagt auch, dass nur noch 20 Peet Acker und 8 Peet Krautgarten vorhanden sind.

Besitzer:

Zunächst sei ein Kaufbrief vom 20.04.1713 angeführt, der uns in die Besitzerreiche einführt: Hannsen Mayrlens selig, gewesten Wagners und Söldners zu Laub, Erben, seine Witib Sybilla und seine zwei Kinder Niklas, auch Wagner, und Georg Mayrlen verkaufen dem ehrbaren Michael Leffelladt und Anna Maria, seinem Eheweib, ihre Söldenbehausung zu Laub zwischen Hans Leonhardt Schneit, Bierpreu, selig und Matthias Fackhler, ganzen Pauren, um 550 fl. Diese Sölde haben lt. Brief vom 02.07.1668 sie von ihrem Vater und Schweher Balthas Mayrlen durch Kaufsübergab erhalten. Zeugen sind: Felix Frank, Wemding und Georg Fezer, Schneider zu Laub. Aus diesem Brief geht hervor, dass der älteste bekannte Besitzer dieser Sölde Balthas Mayrle ist.

Von diesem erwarb die Sölde durch Kaufübergab der Sohn Johann Mayrle und sein Eheweib Sibylla, lt. Brief vom 02.07.1668. Dieser Johann Mayrle war Wagner. Auch sein Sohn Niklas war Wagner.

Lt. Kaufbrief vom 20.04.1713 verkaufen nun Johann und Sibylla Mayrle diese ihre Söldenbehausung um 550 fl. an Michael und Anna Maria Löffladt (Leffelladt). Sibylla genießt dort noch Wohnungsrecht und den Unterhalt bis zu ihrem Tode.

Wir erfahren nichts über die Beweggründe des Verkaufs. Michael Leffelladt und sein Eheweib verkaufen lt. Brief vom 20.07.1713 ihre Lehensgerechtigkeit auf eine halbe Söldenbehausung zwischen Georg Schneidt und Hans Wonhardt, Schuster, dabei ein Städl und Gärtl ist, um 300 fl.

Diese Halbsölde (Xaveri Nr. 76) haben sie nach ihren Angaben vor 9 Jahren von Bierpreu H. Leonhardt Schneidt gekauft.

Hier wird Michael Leffelladt als Pöckh (Bäcker) bezeichnet. Sie verkaufen die Halbsölde der ehrbaren Elisabeth, des gestorbenen Leonhardt Schneidts Witib, Schropauren (zu gleicher Zeit gibt es einen Pauren Michael Leffelladt auf dem Langenhof Nr. 60).

Nunmehr hören wir nichts mehr von dieser Söldnersfamilie auf Nr. 7. Ich kann nicht feststellen, ob Michael Leffelladt dort eine Bäckerei eingerichtet und betrieben hat. Aber alles spricht wohl dafür. Ich weiss auch nicht, wann er die Sölde verkauft hat. Aber lt. Heiratsbrief vom 20.09.1736 heiratet auf Nr. 7 ein Hans Georg Wintsch, Söldner, die Anna Maria, Tochter des Hans Michael Guetmann, Söldner zu Hoppingen, und seiner Frau Barbara. Dieser wird also kurz zuvor die Sölde von Michael Leffelladt gekauft haben. Die Braut bringt ihm 250 fl. Heiratsgut und zwar 100 fl. von den Eltern und 150 fl. von ihrem Vetter Michael Leffelladt zu Laub. Die Vermutung liegt nahe, dass die beiden wegen ihrer verwandtschaftlichen Beziehung die Sölde ufm Gartenhäusl erhalten haben.

Nach dem Tode seiner 1. Frau Anna Maria schloss Hans Georg Wintsch Söldner und Witiber, den Heiratsvertrag mit Catharina Schneidt, ledig.

Sie besitzt 300 fl. Heiratsgut. Ehevertrag vom 18.04.1761.

Lt. Kaufbrief vom 30.01.1778 verkauft Catharina Wünsch, verw. Söldnerin, unter Beistandsleistung ihres ehelichen Sohnes Johann Hönle zu Amerbach dem ehrbaren Josef Löffladt, ledigen Bauernsohnes, ihre Söldenbehausung mit Stadl und Obstgärtl zwischen Catharina Löffladt und Franz Xaver Reicharzer und 1 Beet Acker in der Höll beim Stein um 640 fl.

Hier taucht ein ehelicher Sohn der Catharina Wintsch mit Namen Johann Hönle von Amerbach auf. Ich kann bloß annehmen, dass sie früher in Amerbach bereits verheiratet war und aus dieser ihrer 1. Ehe der Sohn Johann Hönle stammt.

Neuer Besitzer ist jetzt Joseph Löffladt. Von jetzt ab sitzen die Löfflath auf der Sölde bis in unsere Zeit.

Joseph Löffladt ist der Sohn des Georg und der Catharina Löffladt, Schwalbenbauerns Nr. 6. Er erwarb also am 30.01.1778 das Nachbaranwesen. Diese Sölde war sehr bescheiden. Daher stockte die Mutter Catharina auf. Lt. Übergabsbrief vom 11.05.1780 teilte sie den Schwalbenhof, der bisher ein ganzer Hof gewesen war, unter ihren beiden Söhnen Bartlme und Joseph.

Jeder bekam die Hälfte der Hofgüter. Bartlme auch noch den Hof selber.

Catharina Löffladt übergibt nach dem Tode ihres Mannes Georg ihrem Sohn Joseph die Hälfte vom Veldthöfl, das sind 6 Morgen Acker, 1 Tgw. zweimädige Wiesen, 1 ½ Tgw. einmädige Wiesen mit der Last (cum onere) der Hälfte des churfürstlichen Getraidegilts uf den Casten zu Wemding in der Einhöfung zu ¼, da der Bartlme ¾ hat, um 300 fl. Er darf von dieser Summe 100 fl. für lange treugeführte Hauswirtschaft der Mutter abziehen.

Er muss auch seinen Teil zur Altersversorgung der Mutter beitragen, nämlich ½ Malter Kern, jährlich 12 Pfund Rindtschmalz, 12 Pfund Schweinefleisch, alle 2 Tage ½ Maaß Milch. Am 02.06.1780 verkauft sie ihm auch noch Güter um 250 fl., die sie zurückbehalten hatte.

Dieser Josef Löffladt schliesst am 02.06.1780 den Ehevertrag mit Catharina, der ehelichen Tochter des Gabriel Schneidter, Söldners zu Laub, und Emerenziana. Sie bringt 550 fl. Heiratsgut Bargeld und eine Ausfertigung. Er hat nunmehr einen halben Bauernhof.

Lt. Ankunftsbrief vom 26.04.1788 hat der Sohn Joseph Löffladt von seiner Mutter Catharina Löffladtin gegen Bezahlung von 642 fl. folgende Güter erhalten: 4 Beet Acker in der Gumpen, weitere 8 Beet Acker, 2 Beet Krautgarten, eineinhalbviertl zweimädige Wiesen, 1 Tgw. einmädige Wiesen, ½ Tgw. einmädige Wiesen im Riedt.

Josef Löffladt verkauft nun die genannten Güter um 642 fl. seinem Schwager, Benno Schneidt, dem Jungen. Benno Schneidt kauft nochmals 3 Grundstücke von den Löffladtischen Erben um 185 fl.

In der Fassion vom Jahr 1808 schildert Catharina Leffladin, Witib, (ihr Mann war also bereits gestorben) Halbbäuerin ihren Besitz:

Ein gemauertes Wohnhaus, hölzerner Stadel, ein kleines Wurz- und Baumgartl, 1/16 Morgen, ganzes Gemeinderecht, Nutzanteil an den unverteilten Gemeindegründen, Weiderecht für 8 St. Vieh.

Der halbe Schwalbenhof wird zubauweise und walzend besessen. Er ist erbrechtsweise grundbar zum Rentamt Graisbach, Landgericht Graisbach. Das Söldenhaus mit Stadel und 3 Beet Acker in der Höll wurde anno 1778 von Georg Wünsch um 650 fl. erkauft. Der halbe Schwalbenhof wurde von der Mutter Catharina zum Anschlag von 300 fl. lt. Brief vom 11.07.1780 zum Heiratsgut gegeben. Roggengilt vom halben Schwalbenhof: 1 Scheffel, 1 Mezen, 2 Vierling 8 Sechzehntel, Habergilt: 3 Scheffel, 5 Mezen, 1 Vierling, ½ Sechzehntel.

In Geldeswert umgerechnet: 8 fl. 30 xr. und 15 fl. 31 xr. 2 hl.

Weiter musste er geben vom fixierten Großzehent jenseits der Rorach:

Roggen 2 Vierling = 1 fl., Dinkel 2 Vierling 2 Sechz. = 25 xr., Gerste 3 Vierling = 45 xr. und Haber 1 Vierling 2 Sechz. = 15 xr.

Summa der Gilten: 28 fl. 25 xr. 6 hl.

Grundbesitz: 13,45 Tgw.!

Es haben die Frau und die Geschwister Löfflath noch lange Jahre miteinander weiter gehaust auf dem Anwesen, bis Bernhardt Löffladt, der Sohn des gestorbenen Joseph Löffladt, den Besitz übernehmen konnte. Lt. Brief vom 02.10.1841 übernimmt Bernhardt Löffladt die von seinem Vater herkommenden Besitzungen um 3612 fl.

Eine Bestandtsaufnahme ergab: Grundvermögen 2215 fl., Bargeld 264 fl., Aktivkapitalien 550 fl. Mobilien 545 fl. Effekten 38 fl.

Bernhardt erhält den Hof mit Wohnhaus, Garten und Nebengebäuden und Felder. Er darf als Heiratsgut behalten 676 fl. 40 xr. Seine Schwester Margareta erhält 1276 fl. 50 xr., der Bruder Felix in Wemding 476 fl. 50 xr., Thomas Löffladt erhält 676 fl. 50 xr., Johann Schneidt für seine Kinder 476 fl. 50 xr. So verblieb dem Bernhardt Löffladt eine hübsche Schuldenlast.

Bernhardt Löffladt schliesst den Ehevertrag lt. Brief vom 10.07.1844 mit Catharina Lachner von Amerbach. Ihre Eltern: Josef und Anna Maria!

Sie ist geboren am 22.08.1809 in Amerbach und gest. am 17.08.1891. Er ist geboren am 15.10.1791 und gestorben am 25.08.1853. Die Trauung war am 30.07.1844.

Grundbesitz war um 1850: 21,11 Tgw., Steuer: 3 fl. 49 xr. 6 hl.

Dazu kamen die 6 Gemeindeteile im Jahre 1852: 2,92 Tgw.

Bodenzins von 1852: 2 fl. 2 xr. ½ hl.

Fixierte Grundabgabe: 37 fl. 32 xr. 3 ¾ hl.

Bernhardt Löffladt hat lt. Brief vom 15.03.1853 die Rorachwiese Nr. 2234 mit Fahrweg von Nathan Em. v. Steinhardt um 230 fl. dazu gekauft.

Vorstehenden Besitz hat lt. Not. Urkunde vom 07.10.1853 die Frau Katharina Löffladt um 4247 fl. übernommen. Besitz: 21,11 Tgw.

Lt. Brief vom 16.09.1871 übernahm den Besitz die Tochter Marianne Löffladt, noch ledig, Tochter des Bernhard Löffladt Nr. 7.

Dann nahmen lt. Not. Urkunde vom 06.01.1873 den Besitz Löffladt Marianna und dessen Bräutigam Sebastian Löffladt von Nr. 48 um 4600 fl. die zugleich den Ehevertrag miteinander schliessen. Besitz: 21,11 Tgw.

Nach dem Tode seiner Frau am 09.01.1894 übernahm Sebastian Löffladt lt. Not. Urkunde vom 09.02.1894 den Hälfte Anteil der Kinder Gregor, Anna, Sebastian, Ottilie, Josepha, Helene, Lidwina, Walburga = 5332 Mark. Er ist daraufhin ab 09.01.1894 Alleineigentümer.

An Gütern wurden dazu gekauft lt. Not. Urkunde vom 07.07.1881 Jos. Gutmann Pln. 2342 um 340 M., von Salomon Hajum Pln. 2481 um 651,43 M., den halben Teil der oberen Wiese Pln. 2485 und 2486.

Besitz 1895: 23,51 Tgw.!

Lt. Not. Urkunde vom 28.12.1909 übernahm den Besitz Gregor Löffladt mit den Besitzungen in Schwörsheim und Wechingen um 14000 Mark.

Gregor Löffladt heiratete am 01.02.1910 die Rosalia Hertle von Nr. 44. Er ist geboren am 01.12.1873 auf Nr. 7 und sie ist geboren am 11.08.1875 auf Nr. 44.

Kinder aus dieser Ehe: Walburga, verh. mit Georg Seefried, Müller in Laub.

Rosa, verh.

Philomina, verh. mit Karl Haas, Bauer in Laub.

Anna, verh. mit Josef Braun von Nr. 44.

Lt. Übergabsbrief vom 03.12.1951 übernahmen die Tochter Anna Löffladt und ihr Bräutigam Josef Braun den elterlichen Besitz.

Besitz: 26,82 Tgw.!

Leider blieb die Ehe kinderlos!