Ahnen- und Familienforschung Voglgsang

 

 

Laub - Hausnummer 55 

Hausname: Randismaurer, Kam, 1850 Peter, 1832 Veitenpeter, 1801 und 1760 ufm Geyerhäusl

In der Güterhauptconscription von 1752 wird die Sölde beschrieben:

Anna Maria Löffladtin besitzt eine Sölde, gehört zum Castenamt Wemding, besitzt Erbrecht, Hoffuß 1/16, fourage 26 xr. 1 hl., besitzt 40 Peet Acker, 20 Peet Krautgarten, 1 ¾ Tgw. zweimädige Wiesen, zweieinhalb Viertel einmädige Wiesen, recht einfach Steuer: 1 fl. 36 xr.

Sie hat noch ¼ teutschenherrliches Lehen in 2 Morgen Acker, 1 Tgw. zweimädige Wiesen, 2 Tgw. einmädige Wiesen, wovon sie zum Deutschherrenordenshaus öttingen reicht 28 xr. Grundzins.

Im Hofanlagebuch von 1760 steht: Anna Maria Löffladtin, (Michael Voglgsang) besitzt das Geyerhäusl, Hoffuß 1/16, fourage 26 ¼ xr., Herdstätt 25 xr.

Besitzer:

Im Jahre 1742 wird auf der Sölde Nr. 55 Anna Maria Löffeladt Witib genannt. Sie hat lt. Scharwerckbuch nur mit der Hand Dienst leisten helfen. Ebenso ist 1752 und 1760 imm noch dieselbe Witwe auf dem Anwesen. Unter den Löffladts findet sich eine Heirat von Michael Löffladt mit Anna Maria aus dem Jahre 1704 (01.07.1704). Demnach wäre die Anna Maria Leffladt eine geborene Wohnhardt. Eltern: Johann Wonhardt und Maria, Schuster. Eltern des Michael Löffladt: Matthäus und Ursula.

Wenn das stimmt, dann sind die ersten bekannten Besitzer von Nr. 55 Michael Leffladt und Anna Maria geb. Wohnhardt. Bei diesen Eheleuten sind keine Kinder aufzufinden. Tatsächlich hatte Anna Maria Leffladt keine Kinder. Das alles spricht dafür, dass man auf der richtigen Fährte ist.

Lt. Brief vom 20.11.1761 schenkt Anna Maria Leffladt, Witib, Söldnerin ihrem bereits 15 Jahre im Dienst bei ihr stehenden Knecht Veit Voglgsang von Nordhausen ihre ganze Söldenbehausung samt Stadl und Gärtl zwischen Ignaz Gram, Bauer, und Erasmus Seefridt, Metzger gelegen, samt allen Zugehör. Angeschlagen ist der Besitz auf 500 fl. (weil sie mit keinem Notherben versehen ist!).

Am gleichen Tage übergibt sie ihrem treuen Knecht „zur Vermeidung künftigen Streites“ ihr deutschherrliches Lehen zu Felde um 400 fl.

Sie übergibt ihm auch ¾ Tgw. Mezenauwiesen, den Riedkrautgarten, 1 Hofbeet um 100 fl.

Lt. Brief vom 22.09.1763 schenkt Anna Maria Löffladt ihrem schon 17 Jahre bei ihr im Dienste stehenden Knecht Veit Voglgsang von Nordhausen, weil er ihr treu und fleissig gedient hat, jene 500 fl., welche er ihr lt. Brief vom 08.04.1762 schuldet.

Weiterhin übergibt sie ihm lt. Brief vom 19.07.1763 ihre eigene Güter: 9 Peet Acker bei der Messnergasse, 100 fl., 4 Peet Acker im Wemdinger Weg 110 fl., 11 Peet Acker im oberen Feld und in der Höll um 125 fl., 8 Peet Acker in der Haid um 50 fl., 4 Peet Acker im Mühlfeldle um 60 fl., 1 Tgw. zweimädige Wiesen, die Kreuzwiese um 200 fl., 1 Tgw. Wiese im Hopfengarten um 100 fl., ¾ Tgw. Wiese in der Schelmheck um 55 fl., 2 Tgw. Wiesen und 1 Morgen Acker in der Lindicht um 200 fl. 12 Peet Krautgarten um 72 fl., ferner das Vieh um 225 fl.

Davon musste Veit Voglgsang den Verwandten der Erblasserin 796 fl. hinauszahlen.

Lt. Testament der Anna Maria Löffladtin musste Veit Voglgsang von den 504 fl., die er ihr noch schuldet, 100 fl. für hl. Messen bezahlen. Den Rest von 404 fl. hat er der Tochter ihres Bruders Anna Maria Tauserin in Oberwillfingen zu geben (Testament vom 19.12.1763).

So ist also der treue, langjährige Knecht Veit Voglgsang zu einem ansehnlichen Besitz in Laub gekommen. Er wird der Stammvater der Voglgsang in Laub.

Lt. Ehevertrag hat Veit Voglgsang am 05.01.1764 den Heiratsbrief mit Margareta, der Tochter des Zapfenwirts Benno Praun und Walburga, geschlossen. Sie bringt ihm 1000 fl. Heiratsgut und Ausfertigung. Davon sind 500 fl. Bargeld und 500 fl. in Gütern. Die Trauung war am 07.02.1764. Er ist geboren am 11.06.1736 in Nordhausen und gestorben am 05.10.1809. Sie ist geb. am 25.12.1743 und am 24.01.1812 gestorben (Nr. 57).

Lt. Brief vom 06.06.1764 schenkt Anna Maria Löffladtin, Witib, ihrem als ihr Kind angenommenen ehemaligen Knecht Veit Voglgsang und dessen Eheweib Margareta ihr Erbteil an der Erbschaft der Maria der Maria Tauserin von Oberwilflingen in Höhe von 1531 fl. 30 xr. (Der Mann hatte Glück!).

Lt. übergabebrief vom 31.01.1805 übernimmt der Sohn Peter Voglgsang die Sölde 55 samt Vieh und Fahrnis und die unter B – I incl. Aufgeführten Güter von seinem Vater Veit Voglgsang im Anschlag um 4000 fl.

In der Fassion vom 30.11.1808 schildert Petrus Voglgsang seinen Besitz: Ein gemauertes Haus mit Stadl, kleinem Wurzgärtl. Genannt die Sölde beim Veitenpeter. Nutzanteil an den unverteilten Gemeindegründen, Gemeinderecht, Weiderecht für 8 St. Vieh.

¼ ehemals deutschherrliches Lehen wird zubauweise besessen. Gerichtsbar nach Graisbach, Rentamt Graisbach. Steuer zum Rentamt 12 xr., fourage 26 xr. 4 hl., Jagdscharwerch 3 xr. 6 hl. Kuchendienst 20 xr. 4 hl. Steuer zur Gemeinde Laub 10 xr., Handzins zur Commende öttingen 36 xr. 5 hl.

Er gibt von einem halben Morgen Acker dem Joh. Fetzer und G. Fackhler den Gross- und Kleinzehenten.

Viehstand 1808: 2 Schubochsen, 2 Kühe, 2 zweijährige Stier, 1 zweijähriges Kalbel, 2 einjährige Stier.

Besitz: 17,21 Tagwerk

Peter Voglgsang schloss lt. Brief vom 27.05.1811 den Ehevertrag mit Maria Anna Braun von Laub. Sie verspricht im 1.500 fl. Heiratsgut und Ausfertigung und 1 Bett.

Peter Voglgsang hat aber bereits am 25.02.1805 geheiratet und zwar Katharina Reicharzer. Dieselbe starb 1811.

Damals vermachte Peter Voglgsang lt. Kindsvertrag vom 27.05.1811 seinen Indern aus 1. Ehe Lorenz 5 Jahre, Christine 2 Jahre alt, als Muttergut 1240 fl.

Peter Voglgsang ist geboren am ....1777 und gestorben am 24.08.1854.

Lt. übergabsbrief vom 17.08.1839 übergeben Peter Voglgsang und dessen Ehefrau Maria Anna geb. Braun ihrem Sohn Lorenz Voglgsang ihre Sölde Nr. 55. Wohnhaus, Stadl und Gärtl zu 16 Dez. mit ¼ unbezimmerten Feldlehen zu 6,75 Tgw. und 12,50 Tgw. eigene Güter um 1525 fl. Als Heiratsgut darf er von der Summe 900 fl. abziehen.

Lorenz Voglgsang, Sohn des Peter Voglgsang und der Maria Anna geb. Braun, schliesst lt. Brief vom 10.05.1842 den Ehevertrag mit Maria Josepha Schwann von Amerbach. Sie bringt ihm 1.000 fl. Heiratsgut und Ausfertigung zu 100 fl. Er ist geboren am 16.11.1805 auf Nr. 55 und gestorben am 05.01.1884. Sie ist geboren 06.03.1817 in Amerbach und gestorben am 21.10.1889 in Laub. Die Trauung fand am 07.06.1842 statt.

Besitz: 17,21 Tgw., 1852: 20,90 Tgw. Steuer 3 fl. 33 xr. 7 hl.

Im Jahre 1852 kamen 6 Gemeindeteile dazu mit 2,92 Tgw. Bodenzins 1852: 5 fl. 19 xr. 2 ½ hl. Fixierte Grundabgabe von 1853: 7 fl. 23 xr. 3 ¾ xr.

Lorenz Voglgsang hat im Jahre 1860 an Grundbesitz: 21,14 Tgw. Er tauschte sodann mit Johann Fackhler von Nr. 40. Er, Lorenz Voglgsang, zog. Lt. Not. Urkunde vom 22.12.1862 auf Nr. 40 und nahm seine Güter = 20,98 Tgw. mit. Johann Fackhler zog hierher nach Nr. 55 und nahm seine Güter 7,43 Tgw. mit. Durch Zukauf vermehrte er die Güter auf 8,56 Tgw.

Diesen Besitz übernahm lt. Not. Urkunde vom 26.07.1864 um 3000 fl. sein Sohn Franz Fackhler.

Dann kaufte vorstehenden Besitz lt. Not. Urkunde vom 31.10.1864 um 3500 fl. die ledige Walburga Fackhler.

Am 07.12.1864 heiratete Walburga Fackhler den Besitz ihres Bräutigam zum Miteigentum an. Bräutigam: Ignaz Seefried.

Den Besitz übernahm sodann lt. Not. Urkunde vom 04.05.1885 um 9086 Mark Isidor Hillenmeyer von Norhausen.

Isidor Hillenmeyer, der in Gant kam, steigerte lt. Brief bzw. Not. Urkunde vom 29.04.1890 den Besitz zu 6,20 Tgw. um 5.850 Mark inkl. Besitz in Schwörsheim ein. Dann hat den Besitz lt. Not. Urkunde vom 07.12.1892 der bekannte Andreas Lechner um 6.500 Mark gekauft.

Es waren 6,20 Tgw. Grund dabei.

Im Jahre 1893 ging dann der Besitz auf Joseph Hertle und seine Frau Margareta über. Joseph Hertle ist am 10.03.1858 geboren. Margareta Fackhler am 28.08.1850. Trauung war am 06.06.1882.

Lt. Not. Urkunde vom 20.02.1914 kaufte den Besitz der Darlehenskassenverein Laub um 18.010 Mark. Grundbesitz: 10,81 Tgw.

Lt. Not. Urkunde vom 28.02.1914 erwarb den Besitz Otto Michel von Nr. 43 um 12.600 Mark. Es waren aber nur noch 3,95 Tgw. dabei.

Otto Michel, geb. 13.11.1891 auf Nr. 43 heiratete die Augusta Hermann von Nr. 5, geb. 26.03.1891. Die Trauung fand am 29.10.1919 statt.

Beide schlossen allgemeine Gütervereinbarung am 29.09.1920.

Otto Michel war nach dem Tode seiner Frau Alleinbesitzer lt. Urkunde vom 12.03.1941. Schätzungswert des Besitzers 6730 Mark.

Dann folgte die übergabe an den Sohn Otto Michel und dessen Frau Paula, geb. Bayerle lt. Not. Urkunde vom 31.10.1956. Besitz: 1,6952 ha.