Ahnen- und Familienforschung Voglgsang

 

 

Laub - Hausnummer 11 

Hausname: beim Schäfer, beim Lenz, 1852: Lenz, 1808: Die Matheslenzsölde, 1801 und 1760: das Geigerhäusl

In der Hauptgüterconscription vom Jahre 1752 wird diese Sölde beschrieben wie folgt:

Margaretha Reicharzerin, Witib, besitzt eine Sölde, die zum Castenamt Wemding gehört und Erbrecht besitzt. Hoffuß 1/16, fourage-Anlage 26 xr. 1 hl.

Eigene Güter:

28 Peet Acker, 10 Peet Krautgarten, 2 Tgw. zweimädige Wiesen, 1 1/2 Tgw. einmädige Wiesen, zahlt Steuer davon: 1 fl. 44 xr. 2 hl.

Im Hofanlagebuch vom Jahre 1760 wird die Sölde so beschrieben:

Lorenz Hörmann, besitzt das Geigerhäusl, Hoffuß 1/16, fourage 26 1/4 xr., Herdstättgeld 25 xr., Jagdscharwerch 3 3/4 xr., gehört zum Castenamt Wemding, bestitzt Erbrecht.

Derselbe besitzt auch noch 1/4 vom Schrayhof zubauweise zu Veldt (später ist der untere Müller Anton Seefridt der Besitzer des 1/4 Höfleins vom Schrayhof).

Der 1/4 Hof gehört zum Castenamt Wemding, hat Erbrecht, Hoffuß 1/4, fourage 1 fl. 45 xr., Jagdscharwerch 15 xr.!

Eigene Güter finden sich im Nachtrag nur noch: 7 Peet A., 5 Peet Krautgarten, 1/2 Tgw. Wiesen.

Besitzer:

Die Lauber Pfarrmatrikel nennt als älteste bekannte Besitzer den Andreas Schneidt von Laub, Sohn des Balthasar Schneidt, genannt der Schray Paur, und dessen Gattin Maria. Andreas Schneidt schloss am 25.06.1675 die Ehe mit Anna Ymm von Megesheim.

Nach dem Tode des Andreas Schneidt heiratete seine hinterlassene Gattin am 16.05.1684 den Matthias Reicharzer, Sohn des Johann Reicharzer und seiner Frau Barbara.

Im Übergabsbrief des Matthias Reicharzer und dessen Weibes Anna erfahren wir nun etwas mehr. Der Brief ist ausgestellt am 29.11.1719. Hier wird Matthias Reicharzer Halbbauer genannt. Er übergibt mit seiner Frau Anna dem lieben Sohn Franz Reicharzer, noch ledig, doch vogtbar, seine Behausung und 1/2 Hof mit Stadel und Garten neben Georg Fackhler und Joseph Fackhler gelegen und als Dreingabe 1 Pferdt, 1/2 Wagenwerk, 1 Ehehaltenbett um 900 fl.

Die Ehe wurde am 30.01.1720 geschlossen, mit Margaretha Hörmann.

Franz Reicharzer wird auch in der Pfarrmatrikel als Sohn des Halbbauern Matthias Reicharzer und Anna bezeichnet.

Margaretha Hörmann ist die Tochter des Johann und der Apollonia Hörmann.

Franz Reicharzer ist im Jahre 1743 gestorben.

Lt. Kaufbrief vo 10.04.1747 verkauft Margaretha, des Franz Reicharzers gewesten Halbbauern hinterlassene Witib ihrem lieben Vetter Felix Fezer, noch ledig, doch vogtbar, ihre lehenbare halbe Hueb oder 1/4 Höfl, so allein in Aeckern und Wiesen besteht, um 400 fl. Sie behält sich einige Grundstücke vor.

Aus dem Vergleichsbrief vom 07.09.1757 erfahren wir den Grund, warum Margaretha Reicharzer ihr 1/4 Höfl verkauf hat. Sie hatte keine Kinder.

In dem Vergleichsbrief steht:

Nach dem Tode des Franz Reicharzer gewesten Paurens zu Laub, der bereits vor 14 Jahren verstorben war, hat die Witib Margaretha mit den nächsten Verwandten - da kein Leibeserbe vorhanden war - Elisabeth, des Ulrich Schneidt, Paur, alle von Laub, wegen des denen zugefallenen Erbes sich verglichen. Ihr selbst verbleibt das ganze Vermögen. Den ersten beiden muss sie je 250 fl. hinauszahlen, dem Felix Fezer aber 400 fl., zusammen 900 fl.

Der im Jahre 1743 verstorbene Ehemann Franz Reicharzer hat vor seinem Tode Nachstehendes verschafft:

Nach Ettal 200 fl. zum Unterhalt eines Kripples zu Laub beim Gotteshaus 100 fl., die Feldkappellen in der Schray zu erbauen, worüber Unkosten 75 fl. erloffen sind, zu hl. Messen 100 fl. Summa: 475 fl.!

Hier haben wir den Erbauer der Kapelle in der Schray. Es ist Franz Reicharzer und sein Eheweib Margaretha von Haus Nr. 11. Ihr Namen stehen auch auf der vorderen Seite der Kapelle. Wir müssen annehmen, dass die beiden auch die Innenausstattung angeschafft haben.

Lt. Brief vom 04.01.1759 übergibt Vetter Lorenz Hörmann, noch ledig, aber vogtbar, ihre Söldenbehausung mit Stadl und Gärtl und Dareingab des Wagewercks, Schäff und Geschirr, 4 1/2 Peet Krautgarten, 2 1/2 Viertl einmädige Wiesen, 1 Kuh um 500 fl. Sie will sich selber noch 1 Kuh, 1 Schwein, 2 Hennen halten, in der Küche kochen und Milch und Schmalz im Keller aufbewahren dürfen.

Lt. Ehevertrag vom 21.06.1760 schliesst Lorenz Hörmann die Ehe mit Anna Maria Seefridt, Tochter des unteren Müllers Simon und Barbara Seefridt. Die Braut bringt als Heiratsgut 1.200 fl. und eine Ausfertigung, 1 Pferd, 1 Kuh, 1 Rauppen, ein Viertel Höfl zu 600 fl., welches sie vom Vater überkommen hat. von den 1.200 fl. sind also 600 fl. Bargeld, 600 fl. für das 1/4 Höfl. Immerhin eine reiche Braut!

Die Ehe wurde am 08.06.1760 geschlossen.

Nach dem Tode seiner Frau Anna Maria hat der Witiber Lorenz Hörmann dem Kinde Franz aus der 1. Ehe das Muttergut vermacht in Höhe von 1.200 fl. Das Geld muss er dem Kinde auszahlen, wenn es 17 Jahre alt ist. Das ist das mütterliche Erbgut. Ausserdem muss er ein Ehrenkleid und 1 Kuh erhalten. Und nach des Vaters Tod erhält das Kind den ersten Anspruch auf das 1/4 Höfl, weil es seine Mutter in die Ehe gebracht hat.

Der Witwer erhält das vorhandene Vermögen.

Lorenz Hörmann heiratet lt. Brief vom 03.04.1765 Margaretha Schwamm, Tochter des Hans Georg Schamm zu Amerbach und Maria. Sie bringt 500 fl. Heiratsgut, eine Ausfertigung, 1 Pferd zu 40 fl.!

Die Trauung fand am 21.04.1765 statt.

Das Anwesen kaufte lt. Brief v. 07.10.1807 Franz Lechner mit Einrichtung, Vieh und Fahrniß nebst 8,59 Tgw. und einer Wiese in der Amerbacher Flur von Lorenz Hermann (Hörmann) um 1.200 fl.

Franz Lechner schloss die Ehe mit Walburga Seefridt am 26.07.1814.

Er ist geboren am 04.02.1792 in Hainsfahrt als Sohn der Eheleute Johann Lechner und Theresia Hörmann!  
Sie ist geboren am 20.02.1793 und am 12.03.184x gestorben. In der Fassion gibt Franz Lechner an, dass er lt. Brief vom 30.09.1807 vom Großvater Lorenz Hörmann um 1.200 fl. die Sölde gekauft habe. Demnach hat die Theresia Hörmann nach Hainsfarth geheiratet.

Lt. Heiratsbrief vom 02.08.1814 schliesst Franz Lechner den Ehe- und Erbvertrag mit Walburga Seefridt, Tochter des Halbbauern Ignaz Seefridt.

Sie bringt als Heiratsgut:

2 1/2 Jauchert Aecker, 3/4 Tgw. Wiesen im Werte von 700 fl., 1 Bett, 1 Kuh, Ausfertigung. Das Vermögen des Bräutigams ist auf 1.800 fl. geschätzt worden.

Im Jahre 1852 kommen zum Besitz 6 Gemeindeteile: 2,92 Tgw.!

Anno 1853 beträgt die fixierte Grundabgabe: 7 fl. 5 xr.

Besitz im Jahre 1852: 18,45 Tgw., Steuer: 3 fl. 4 xr. 7 hl., Verh.Zahl: 184,7

Lt. Übergabsbrief vom 24.12.1851 übergibt der Söldner Franz Lechner seinem Sohn Johann Lechner seine Sölde Nr. 11 mit Wohnhaus, Scheuer, Hof zu 17 Dez., Garten zu 21 Dez. mit Inventar und Grundstücken um 3.400 fl.

Davon darf er 1.400 fl. als Heiratsgut behalten.

Die Eltern machen sich aus: 1 Scheffel Roggen, 4 Mezen Kern, 1 Mezen Gerste, 1/4 Mezen Hirse, 30 Pfd. Schweinefleisch, 18 Pfund Rindschmalz, 50 Eier, 25 Krautsköpf, 1 Scheffel essbarer Kartoffel, 1/2 Klfz. Holz, 100 Wellen, 6 Ellen flachsenes und 6 Ellen warchenes Tuch, täglich 1/2 Lt. Milch.

Lt. Heiratsbrief vom 24.12.1851 schliesst Johann Lechner den Ehe- und Erbvertrag mit M. Anna Rauwolf von Amerbach. Sie bringt 1.200 fl. Heiratsgut und 25 fl. für Ausfertigung. Ihr Vater ist Wagner.

Die Trauung fand am 13.01.1852 statt.

Er ist geboren am 03.11.1818 auf Nr. 11. Sie am 02.01.1823 in Amerbach und gestorben am 29.08.1877.

Interessant mag noch sein, sie das Anwesen 1808 ausgeschaut hat.

Genannt die Mathes Lenz Sölde: Ein gemauertes Wohnhaus, ein hölzerner Strohstadel, 1 Baum- und 1 Wurzgarten. Ganzes Gemeinderecht. Nutzanteil an den noch unverteilten Gemeindegründen, Weiderecht für 8 St. Vieh. Von einzelnen Gütern erhalten die Bauern Johann Fezer und Georg Fackler den Großzehent, und auch den Kleinzehent. Sonst erhält den Kleinzehent die Pfarrei Laub, ebenso den Blutzehent.

Johann Lechner hat lt. Not. Urkunde vo 21.05.1872 von Gutmann Abraham Josef et Consorten die Pln. 2470 a + b Wiese zu 88 Dez. und A. zu 29 Dez., Ofenplatte, um 600 fl. erkauft.

Den Besitz Nr. 11 hat lt. Not. Urkunde vom 12.10.1880 mit dem Besitz zu Schwörsheim, Amerbach und Megesheim 8.570 fl. übernommen: Andreas Lechner, ledig. Grundbesitz: 19,90 Tgw.!

Andreas Lechner, geb. 03.11.1818 auf Nr. 11, heiratete am 13.09.1881 die Theresia Rauch, geb. 15.10.1858 auf Nr. 61.

Er war vom Jahre 1888 - 1906 Bürgermeister!

Wie ers seinen Besitz vergrößerte und wie er in Laub wirkte, ist der älteren Generation in Laub noch sehr gut bekannt. Da brauche ich hier kein Wort zu verlieren.

Er hat gekauft Pln. 1659 1/2 Sämwiese zu 185 Dez., Pln. 811 Lüßacker zu 83 Dez., Pln. 1662 1/2 A. im Ried zu 50 Dez., Obere Wiese Pln. 2457 zu 111 Dez., Pln. 1796 im hintern Ried zu 63 Dez.

Besitz 1894: 24,40 Tgw.!

Von Nr. 78 Johann Schneidt hat Lechner 3,55 Tgw. erkauft, lt. Not. Urkunde vom 14.08.1899 um 8.171,43 Mark. Nr. 78 wurde versteigert!

Anno 1900 hatte Andreas Lechner 39,03 Tgw.
Anno 1905 sind es noch 29,08 Tgw. Soviel wurde wieder verkauft!

Lt. Not. Urkunde vom 19.08.1905 kaufte den Besitz des Andreas Lechner zu 28,63 Tgw. der Lauber Darlehenskassenverein mit dem Besitz in Schwörsheim, Holzkirchen und Megesheim um 29.000 Mark.

Von diesen 28,63 Tgw. wurden 22,96 Tgw. einzeln verkauft.

Den Rest des Besitzes mit 5,08 Tgw. erkaufte lt. Not. Urkunde vom 11.09.1905 der Schäfer Konrad Hornung um 9.200 Mark.

Konrad Hornung ist geboren am 02.06.1878 in Rainbach, Pfarrei Dilsberg, Baden, und heiratete am 13.08.1906 Maria Maier von Sulzdorf, geb. in Sulzdorf am 18.10.1879.

Lt. Übergabs-, Ehe- und Erbvertrag vom 02.12.1949 übernahmen den Besitz die Tochter Maria Hornung mit ihrem Bräutigam Theodor Haas von Nr. 61.

Besitz: 6,06 ha