Ahnen- und Familienforschung Voglgsang

 

 

Laub - Hausnummer 14 

Hausname: beim Sticker, 1801 und 1752: das Zoberhäusl.

In der Hauptgüterconscription vom Jahre 1752 wird diese Sölde wie folgt beschrieben:

Gabriel Schneider, besitzt eine Sölde, zum Catenamt Wemding gehörig, mit Erbrecht, Hoffuß 1/16, fourage 26 xr. 1 hl., Jagdscharwerch 3 3/4 xr.

Er besitzt ferner 1/8 Gütl zubauweise, das in 7 Morgen A. und 1 1/2 Viertl Acker und 1 1/2 Viertl Tgw. Wiesen besteht.

Eigene Güter: 13 Peet A., 8 Peet Krautgarten, 1 1/2 Tgw. zweimädige Wiesen
Steuer daraus: 58 xr.!

Im Hofanlagebuch steht: Antoni Schneidt, (Matthias Schneidt), hat das Zoberhäusl. Hoffuß 1/16, Erbrecht, zum Castenamt Wemding, fourage 26 xr. 1 hl., Jagdschwarwerch 3 3/4 xr., Herdstättgeld 25 xr.

Dazu 1/8 Höfl vom Nußhof zubauweise. Hoffuß 1/8, zum Castenamt Wemding, Erbrecht, fourage 52 1/2 xr., Jagdscharwerch 7 1/2 xr.

Im Nachtrag wird der Besitz an walzenden Gütern angegeben:

Antoni Schneidt hat 13 Peet A., 6 1/2 Peet Krautgarten, 1 Tgw. zweimädige Wiesen, 1 1/2 Tgw. einmädige Wiesen, und 1/4 Lehen in 2 Morgen A. und 1 Tgw. zweimädiges Wismadt, 1 Tgw. einmädige Wiese. Es ist ein deutschherrliches Lehen, das zur Ordenscommende nach Öttingen gehört.

Besitzer dieser Sölde:

Die Pfarrmatrikel von Laub nennt als ersten uns bekannten Besitzer der Sölde Philipp Schneidter und sein Eheweib Christina Gözin.

Er ist der Sohn des Georg und der Agnes Schneidter. Sie ist die Tochter des Leonhardt und der Maria Göz.

Die Trauung war am 03.05.1667.

Lt. Brief vom 23.01.1710 übergibt Philipp Schneidter seine Söldenbehausung, dabei ein Stadl und kleines Gärtl ist, neben der Straß und Hans Georg Seefridt gelegen, seinem Sohn Caspar Schneidter und dessen Ehefrau Maria um 500 fl. Er ist verpflichtet seinem Vater Philipp ad dies vitae (auf Lebenszeit) bei sich zu behalten und ihm freie Inwohnng zu geben. Auch muss er ihn mit Waschen, Bachen, Kochen und Holz versorgen. Sollte er aber ihnnicht behalten bis zum Tod, dann soll er bei der kommenden Erbschaft um 100 fl. gegen seine Geschwistergothen zurückstehen müssen. Er ist bereits Witwer. Zeugen: Simon Rauch, Mart. Schneidt.

Caspar Schneidt hat lt. Trauungsbuch am 22.04.1697 die Ehe geschlossen mit Maria Fürst, Tochter des Martin Fürst von Hagau.

Nachdem ihm der Vater seine Sölde verkauft hatte, verkaufte er lt. Brief vom 23.01.1710 seine Söldenbehausung mit Stadl und Gärtl neben Andreas Reicharzer und Melchior Leffeladt gelegen um 550 fl. der Maria Fackhlerin, ledig, und ihrem künftigen Ehewirth Hans Ulrich Reicharzer. Es ist die Sölde Nr. 71 im Rorachbach. H. Ulrich Reicharzer und Maria Fackhler heiraten dort am 20.05.1710.

Philipp Schneidter, Witiber, hat lt. Brief vom 09.10.1710 seinem Sohn Leonhardt Schneidter und dessen Frau Anna Maria um 200 fl. seine Feldhueben in 7 3/4 Morgen Acker, 2 Peet Krautgarten und 5/4 Tgw. Wiesen als Heiratsgut überlassen.

Wir sehen daraus, dass Philipp Scheidter dem Sohne Caspar nicht seinen ganzen Besitz übergeben hat. Wie es damals an der Tagesordnung war, so hat er den Besitz einfach aufgeteilt, damit jeder etwas habe.

Lt. Übergabsbrief vom 20.01.1741 übergibt Maria Schneiderin, Witib, ihrem Sohne Gabriel, noch ledig, aber vogtbar, ihre Söldenbehausung in der Schray neben Georg Fezer und Wolfgang Schneidt samt den 2 Gartlen, Wagen, Pflueg, Eggen, 1 Kuh, um 350 fl. von der Summe darf er 200 fl. als Heiratsgut abziehen. Er muss aber der Mutter und deren noch ledigen Tochter die Wohnung im Hause, 2 Stück Vieh zu halten erlauben und hiezu im Stall und Stadl den nötigen Platz verstatten. Ferner soll in dem großen Stall einen Platz für eine (grosse) Kammer unterschlagen und geniessen lassen und jährlich muss er 1 Maaß Holz und 100 Wellen liefern.

Lt. Heiratsbrief vom 20.01.1741 schliesst Gabriel Schneidter den Ehe- und Erbvertrag mit Rosina Seefridt, der Tochter des Untermüllers Joseph und Cäcilia Seefridt. Sie verspricht 758 fl. Heiratsgut.

Lt. Kaufbrief kauft Gabriel Schneidter von dem Halbbauern und Witiber Mathäus Seefridt die Hälfte seines Hofgütls mit Ausschluß seiner Behausung, nur Hofraithung allein, in 8 1/2 Morgen Acker und 1 1/4 Tgw. Wiesen um 520 fl. und 10 fl. Leykauf.

Der Witiber Matthäus Seefridt hat sich lt. Brief vom 12.06.1741 mit der Zimmermannstochter Barbara Knezele verheiratet Sie hat 60 fl. Heiratsgut. Ihr Eltern: Hans Knezele, Zimmermann, und Apollonia.

Nach dem Tode der Rosina Schneidter, seines Eheweibes, hat der Witiber Gabriel Schneidter lt. Brief vom 07.05.1744 dem ehelichen Töchterlein Margareta (1 1/2 Jahre) das mütterliche Erbgut zu 500 fl. ausgezeichnet. Sie soll das Geld mit 15 Jahren erhalten, auch das Pött, die weisse Leinwand, das Gwandt, das Schreinwerch von der Mutter selig. Er behält sonst das ganze Vermögen.

Lt. Heiratsbrief vom 07.05.1744 schliesst Gabriel Schneidter den Ehevertrag mit Emerenzia Reicharzer, der Tochter des Metzgers Ignaz Reicharzer und Anna Maria. Sie bringt ihm 200 fl. Heiratsgut an Geld, 1/2 Morgen A, Ausfertigung, eine Kuh, ein einjähriges Kalb. Alles zusammen 350 fl.!

Aus dieser Ehe gingen 4 Kinder hervor: 

  1. Barbara
  2. Katharina
  3. Maria Anna
  4. Matthias


Lt. Brief vo 20.06.1753 vermacht nach dem Tode ihres Mannes Gabriel Schneidter die hinterlassene Ehefrau obigen 4 Kindern zusammen 500 fl. Muttergut, ferner noch 100 fl. und 40 fl. für Ausfertigung, und jedem Kinde 125 fl. Summa 1.260 fl.

Emerenzia Schneidter, Witib, heiratet am 07.04.1755 den Anton Schneidt, Sohn des Simon und der Regina Schneidt. Aus dieser Ehe gingen 3 Kinder hervor: 

  1. Caspar
  2. Veit
  3. Johannes


Diese 3 Kinder erhalten als mütterliches Erbgut ebenfalls je 125 fl. und je 20 fl. zur Erlernung eines Handwerkes oder ein Ehrenkleidt.

Anton Schneidt behält das ganze Vermögen. Er muss die Kinder redlich und christlich erziehen.

Lt. Ehevertragsbrief vom 19.07.1760 schliesst er dann die Ehe mit Magdalena, der Tochter des Georg Perchtholden und Anna Maria, Söldners zu Amerbach. Die Braut bring 150 fl. Heiratsgut und Ausfertigung.

Lt. Brief vom 26.05.1803 übergibt die Magdalena Schneidt, Söldnerin und 1/8 Hofbesitzerin ihrem Sohn Matthias Schneidt mit grundherrlicher Genehmigung ihre seit 1780 besessene Söldenbehausung um 1.300 fl. ferner das zubauweise vom Nußhof inne gehabte 1/8 Höfl zu 8 1/2 Morgen A. und 5 1/2 viertel Wiesen zu 520 fl. samt allem Hausfahrniß, Schiff und Geschirr, 2 Ochsen, 1 Stier, 3 Kühe, ein ganzer Ochs, 1 Kalb und alles, was zu einem richtigen Bauernwesen gehört um 230 fl. Ferner walzende Güter: 1 Tgw. Wiesen, 1/2 Tgw. Holzwiesen, 1 Tgw. Lindichwiesen, 1/2 Tgw. Wiese, 1 1/2 Morgen A. und 8 Beet Krautgarten. Alles zusammen um 3.000 fl.! Dabei waren auch die Güter in Schwörsheim, Amerbach und Megesheim eingeschlossen.

Lt. Heiratsbrief vom 13.06.1803 schliesst Matthias Schneidt den Ehevertrag mit der ledigen Söldnerstochter Magdalena Reicharzer. Sie verspricht 900 fl. Heiratsgut und standesgemäße Ausfertigung.

Matthias Schneidt, Nr. 14, Stücker, 1/8 Höfler schildert seinen Besitz in der Fassion von 1808 wie folgt:

Ein gemauertes Wohnhaus, mit hölzernem Stadel, unbedeutendem Graus- und Wurzgarten, Gemeinderecht, Nutzanteil an den Gemeindegründen, Weiderecht für 8 St. Vieh.

Der 1/4 Nußhof wird zubauweise besessen. Gerichtsbar zum Landgericht Graisbach, Grundzins und Kuchendienst zum Rentamt Graisbach, ebenso der Grosszehent, Kleinzehent und Blutzehent zur Pfarrei Laub. Erbrechtsweise grundbar zum Landgericht Graisbach. Gilt zum Closter Rebdorf: 4 M. Korn, 3 1/4 Sechz.! 1 Scheffel 2 Vierling Haber.

Dieser 1/4 Nußhof muss jährlich dem Gemeindeschmied 3 Vierling Gerste und alle 4 Jhre 1 Laib Brot reichen! Dies geschieht deshalb, weil der Schmied den Bauern umsonst die Schaar dengeln muss. Daher wird diese Gerste auch die Tangelgerste genannt!!

Der unbezimmerte 1/4 Nußhof wird um 1820 mit 15,05 Tgw. angegeben. Gekauft wurde noch die Langwiese lt. Brief vom 26.08.1803 um 270 fl. von Jonas Hirsch von Öttingen. Größe: 81 Dez.!

Lt. Übergabsbrief vom 25.04.1835 übergibt (Martin) Matthias Schneidt, Nr. 14, Sticker, mit Consens vom 11.03.1835 seinem ledigen Vetter Johann Renner, Schneidergesell zu Laub, seine Sölde Nr. 14, Wohnhaus, Nebengebäude, Stadl, um 3.000 fl. (3.090 fl.) mit 1/4 Nußhof zu 15,05 Tgw. und andere eigene Güter. Heiratsgut bekommt er 1.000 fl.!

Lt. Ehevertrag vom 13.05.1839 schliesst Johann Renner die Ehe mit Regina Voglgsang. Die Braut bringt 900 fl. Bargeld in die Ehe und eine Ausfertigung von 95 fl. Er erhielt seine Sölde am 25.04.1835.

Die Trauung war am 11.06.1839.

Er, Johann Renner, ist geboren am 15.11.1799 auf Nr. 16 und gestorben am 25.11.1862. Sie, Regina Voglgsang, ist geboren am 22.05.1809 und gestorben am 14.06.1877. Sie ist von Haus Nr. 55.

Besitz um 1852: 25,22 Tgw., Verh.Zahl: 277, Steuer: 4 fl. 37 xr.

Im Jahre 1852 kamen 6 Gemeindeteile dazu: 2,92 Tgw.

Anno 1853 Bodenzins: 20 fl. 35 xr. 1 1/4 hl.

Fixierte Grundabgabe 1853: 28 fl. 35 xr. 3 hl.

Lt. Brief vom 14.04.1832 kaufte der Besitzer die Pln. 2339 Kohlerin von Marg. Hertle, Schwörsheim, um 100 fl. Größe: 77 Dez.

Ferner am 10.04.1848 von Lämmle Bär lt. Brief Pln 1926 Acker beim Gaisbrückle zu 102 Dez. um 325 fl. und lt. Brief vom 13.03.1850 von Josef Seefridt die Pln. 2208 Burglehenwiese zu 88 Dez. um 190 fl.

Lt. Brief vom 18.01.1867 oder lt. Not. Urkunde vom gleichen Tage übernahm den Besitz zu 25,22 Tgw. der Sohn Franz Renner um 6.500 fl.

Franz Renner, geb. am 26.10.1842 auf Haus Nr. 14, heiratete am 10.02.1874 die Maria Anna Seefried, geb. 12.08.1849 auf Haus Nr. 41. Beide sind im Sommer 1900 nach Wemding gezogen.

Dazu gekauft wurden noch lt. Not. Urkunde vom 28.03.1877 die Pln. 146 im gehenden Feld von Gabr Michelbacher um 557,14 Mark. Größe: 49 Dez. und am 14.02.1870 die Pln. 1322 vorderes Hofbeet zu 31 Dez. um 140 fl. von Georg Rauch. Besitz: 26,03 Tgw.!

Vorstehenden Besitz hat lt Not. Urkunde vom 08.05.1900 um 17.500 Mark incl. erkauft: Johann Paul Haas.

Johann Paul Haas, geb. am 25.06.1872 in Belzheim, heiratete am 25.11.1902 die M. Anna Michel, geb. am 04.08.1880 auf Haus Nr. 53.

Lt. Ehe- und Erbvertrag übernahmen den Besitz am 21.03. bzw. 10.04.1953 der Sohn Rupert Haas uns seine Braut Olga.