Ahnen- und Familienforschung Voglgsang

 

 

Laub - Hausnummer 40 

Hausname: Peater, 1850: Hansadel, 1801 – 1760 das Mösnerhäusl, 1695: das Mesnerhaus

In der Hauptgüterconscription von 1752 wird diese Sölde beschrieben:

Christoph Fackhler, eine Sölde, zum Castenamt Wemding, hat Erbrecht, Foragenanlage 26 ¼ xr. Daneben besitzt er 1/8 Gütl, zubauweise, das in 8 ¾ Morgen Acker, 1 Tgw. und ½ Viertl Tgw. Wiesen, zweimädig, und 1 Tgw. einmädigen Wiesen besteht. Daraus zahlt er jährlich zum Castenamt Wemding 21 xr 2 hl. Grundzins, 5 Mezen Korn, nach Kloster Rebdorf gibt er 4 Mezen ½ Vierling Korn, 9 Mezen Haber, und 11 xr. 2 hl. Grundzins.

Eigene Güter: 48 Peet Acker, von welchen für 9 Peet zum Kloster Mönchsdeggingen 11 xr. Grundzins zu geben sind, dann hat er 12 Peet Krautgarten und 4 ½ Tgw. zweimädige Wiesen und ½ Tgw. einmädige Wiesen. Von ersteren muss er zum Amt Wolferstadt jährlich 45 xr. geben. Gesamtsteuer: 2 fl. 4 xr. 3 dn.

Das 1/8 Gütl gehört zum Castenamt Wending, besitzt Erbrecht, hat 1/8 Hoffuß, zahlt 52 ½ xr. fourage, 7 ½ xr. Jagdscharwerk. So im Hofanlagebuch von 1760! Es ist vom Rorichhof.

Besitzer:

Als ältester Besitzer kann bisher genannt werden der Schmied bzw. ehemalige Schmied Johann Praun und Apollonia, seine 2. Frau. Derselbe hat lt. Brief vom 02.12.1698 seiner 2. Frau und deren 2 ehelichen Kindern sein markgräfliches Ansbachisches Lehen, das er um 250 fl. erkauft hat, vermacht. Ausserdem vermacht er ihr 1 Tgw. Wiesen in der oberen Wiesn und eine Kuh. Dann verfügte er, dass seiner 2. Frau nach seinem Tode seine dermalige Behausung, dabei ein Stadl und Garten, gehören solle (gelegen neben Michael Schneidts Hofwiese und der Gmaindt), damit sie Unterschlupf habe und unvertrieben sein möchte. Und zwar um 400 fl.! Er bittet darum, dass das Gericht seinen letzten Willen durchführe. 5 Zeugen! Lt. Übergangsbrief vom 22.01.1721 übergibt Apollonia, Hansen Prauns Witib, Schmidt und Söldners zu Laub, ihrem leiblichen Sohn Benno Praun, ledig, doch vogtbar, ihre Söldenbehausung mit Stadl und kleinem Gärtl zwischen Peter Wager, Halbbauer und der Gmain um 400 fl. Dreingabe: 2 Ross, 1 Kuh, Wagen, Pflug und Zubehör. Derselbe soll aber ihr, der Mutter, zugestehen müssen 2 Kühe und 1 Schwein zu halten, den halben Teil des Paumgartens zu geniessen, sie soll für sich mit Tochter ein Stübl erbbauen dürfen und dort wohnen bis zur Heirat.

Apollonia hat am 15.02.1694 den Johann Praun geheiratet. Benno Praun ist geboren am 16.06.1699 und gestorben 19.02.1772.

Lt. Heiratsbrief vom 22.01.1721 heiratet Benno Praun die Bauerstochter Elisabeth Schneidt, des Niclas und Maria Schneidt. Die Trauung war am 06.05.1721. Die Braut brachte ein hübsches Vermögen mit in die Ehe, nämlich die halbe Hueb, die ihr Vater selig 1692 von seinem Grossvater um 400 fl. erkauft. Diese halbe Hueb besteht aber bloss in Feldern. Sie ist zum Castenamt Wemding zins—und gilt, -und lehenbar. Ausserdem erhält die Braut noch ein Ross und eine Truhe. Alles angeschlagen um 1000 fl. Von der Summe darf die Tochter bzw. Braut 400 fl. abziehen als Heiratsgut.

Nach dem Tode ihres Mannes Johann Praun am 21.11.1718 hat Apollonia Praun sich mit den Kindern ihre Mannes aus 1. Ehe verglichen. Die 5 Kinder erhielten das Vatergut zusammen 1.500 fl. Der soll das sonstige vorhandene Vermögen bleiben.

Die 5 Kinder des Johann Praun aus 1. Ehe sind:

  1. Maria, geb. 03.01.1671, verheiratet mit Joseph Reischl, Bürger und Metzger zu Fünfstetten
  2. Anna Barbara, geb. 27.05.1681, verheiratet mit Caspar Seefridt, Müller, 20.04.1700 zu Wüttenheimb
  3. Hans Jacob, noch ledig
  4. Peter Braun, in Ungarn ansässig
  5. Margareta, geb. 29.06.1687, verheiratet am 09.02.1706 mit Franz Mair, Bader in Amerbach.
  6. Ein Sohn mit Namen Joh. Thomas starb am 30.04.1693 mit 26 Jahren in Ungarn

Aus der Ehe des Benno Praun mit Elisabeth Schneidt entsprossen zwei Kinder:

  1. Simon, geb. 16.09.1722, gestorben 10.09.1796
  2. Anton, geb. 30.10.1724, gestorben am gleichen Tag.

Am 31.10.1724 folgte die Mutter, Elisabeth Schneidt, ihm im Tode nach, erst 25 Jahre alt.

Benno Praun vermachte am 04.01.1725 seinem Sohn Simon das mütterliche Ergbut: 500 fl., zahlbar mit 14 Jahren.

Am 19.01.1725 schliesst Benno Praun den Ehevertrag mit Walburga, der Tochter des Zapfenwirts Gottfried Fackhler und dessen Frau Anna Maria, geb. 12.02.1704, gest. 15.01.1782. Aus dieser Ehe gingen 14 Kinder hervor. Die Braut verspricht 600 fl. Heiratsgut, 300 fl. bar, 300 fl. in Grundschaften, eine Kuh, 1 Rauppen, 1 gerichtetes Bett und 25 fl. statt Ausfertigung. Die Güter sind 1 Morgen Tagwerk Wismath, ½ Morgen Acker, 7 Peet Acker.

Als nun im Jahre 1736 es nach dem Tode der Mutter der Anna Maria Fackhler zur Erbverteilung kam, erhielt der Bruder Christoph die Sölde Nr. 57 zum Benneswirt zugesprochen. Doch dieser verkaufte die Sölde mit Wirtschaft lt. Kaufbrief vom 19.05.1736 an Benno Praun.

Es hat sich Christoph Fackhler mit seinem Schwager Benno Praun, Halbbauer dahin verglichen, dass Christoph die Sölde des Benno Praun übernimmt und Benno Praun die Sölde und Wirtschaft erhält. Dabei muss aber Benno Praun seinem Schwager Christoph 400 fl. „zu einem vortl“ bezahlen.

Es ist noch ein eigener Kaufbrief vom 19.05.1736 ausgestellt, wonach also Benno Praun und seine Frau Walburga ihren lb. Schwager resp. Bruder ihre seit 22.01.1721 inneghabte Söldenbehausung zwischen H.G. Reicharzer und Gmain um 875 fl. verkaufen.

So also wurde Benno Wirt auf der Wirtschaft Nr. 57. Er gab der Wirtschaft auch den Namen: Benneswirt, den sie heute noch trägt.

Die Trauung zwischen Benno Praun und Walburga Fackhler war am 05.02.1725. Nunmehr finden wir auf dem Mesnerhaus das Geschlecht der Fackhler.

Lt. Heiratsbrief vom 19.09.1736 schloss der neue Besitzer von Nr. 40 den Ehevertrag mit Helena, der Tochter des Söldners Jacob Trollmann und Maria von Amerbach. Sie bringt 500 fl. Heiratsgut und 1 Pött und 1 Kuh und 1 Rauppen und 25 fl. für das gewöhnliche Schreinwerch.

Er hat seine am 19.05.1736 erkaufte Söldenbehausung und die Güter, die ihm bei der Güterteilung seines Vaters Gottfridt Fackler zugefallen sind. Angeschlagen auf 430 fl.! Die Ehe wird geschlossen am 12.06.1736.

Nach dem Tode seiner ersten Frau schloss Christoph Fackhler am 16.05.1747 den Ehevertrag mit Maria Löffladtin, Tochter des Bauern Johann Löffladt und Theresia. Sie bringt 500 fl. Heiratsgut und zwar 260 fl. bar und 1 Tgw. zweimädige Wiesn im Gehren, 2 Peet Acker im Ried, 1 gerichtetes Pött (Bett), 25 fl. statt Ausfertigung, 1 Kuh.

Zuvor wurde den erstehelichen Kindern das Muttergut vermacht. Vertrag vom 16.05.1747. Die 3 Kinder Ignatz 9, Josph 3, Anton 1 Jahr. Jedes Kind erhält 333 fl. 20 xr., bei Heirat 1 Kuh oder 15 fl., 1 gerichtetes Pött, Unter- und Oberbett und Pfulgen. Vertrag vom 16.05.1747.

Nach dem Tode der 2. Frau Maria hat der Witiber Christoph F. seinen 3 Kindern aus der 2. Ehe Hans Adam 7, Jacob und Walburga 2 Jahre alt (Zwillinge!) als mütterliches Erbgut je 206 fl. 15 xr. ausgemacht, der Tochter dazu noch 1 Kuh. Ihm bleibt der Besitz Nr. 40.

Lt. Ehevertragsbrief vom 06.05.1756 heiratet der Witiber nunmehr die Tochter des Söldners Jos. Fackhler und Maria mit Namen Catharina. Sie bringt als Heiratsgut 300 fl. und standesgemässe Ausfertigung.

Lt. Heiratsbrief vom 03.10.1782 schloss Adam Fackhler den Ehevertrag mit Apollonia Schneidt. Die Ehe wurde geschlossen am 29.10.1782. Er selbst berechnet sein Vermögen auf 1.000 fl. Die Braut bringt ihm ein Vermögen von 1.619 fl. 45 xr.! Die Braut bringt eine halbe Söldenbehausung mit Hausmobilien und Grundstücken, die sie durch Erbteilung erhalten hat. In der Fassion wird diese Erbschaft ¼ Lehen samt folgenden eigenen Grundstücken und eine halbe Söldenbehausung genannt, die dem Adam Fackhler durch seine 1. Frau zugefallen sind.

Diese halbe Söldenbehausung hat Adam Fackhler lt. Brief vom 07.10.1784 seinem Bruder Jakob Fackhler um 590 fl. verkauft. Sie lag jenseits der Rohrach neben Pataleons Witib.

Nach dem Tode der 1. Frau Apollonia Schneidt vermacht der Witiber lt. Vertrag vom 26.04.1797 seinen 3 erstehelichen Kindern Leonhard 8, Josef 6, Erasmus 4 Jahr das Muttergut. Die Kinder erhalten zusammen 1.500 fl. und je ein Ehrenkleid je 25 fl., ferner der Mutter Bett, mit 3 Pulgerziechen, 5 Kopfkissenziechen, 5 grosse Bettziechen, 2 flächserne Bettleylacher, zwei Serbieter.

Sodann schliesst Adam Fackhler lt. Heiratsbrief die Ehe mit der Tochter des Söldners Andreas Seefridt und Caecilia. Brief vom 26.04.1797. Die Braut bringt 250 fl. Bargeld, eine Ausfertigung, bestehen in einem Schrein, 1 Bett, 5 Überzüge, 5 Handtücher, 3 Tischtücher, 3 Leylacher, 3 Kopfkissen, Eheabschluss: 08.05.1797.

Nun erhebt sich noch eine Schwierigkeit!
Lt. Brief vom 01.07.1790 verkauft Anton Fackhler, Söldner zu Amerbach, im Namen der Intestat-Erben (Erben ohne Testament), der Joseph Fackhlerischen selig an den Ulrich Praun, Bräuer zu Laub und Fr. Reicharzer, Petersbauern, eigene Grundstücke um 2.700 fl. Darin ist ein Lehen von 6 Morgen A. und Wiesen an das Deutschordenhaus in Oettingen eingeschlossen.

Sodann kauft Adam Fackhler von den Erben des Joseph Fackhlers selig die Söldenbehausung mit Stadl und Grasgarten unterhalb des Fr. Reicharzer und der Gemeinde gelegen gegen Barzahlung um 1.100 fl.

Es bleibt offen, ob da nach dem Christoph Fackhler ein Sohn Josef F. Besitzer war.

In der Fassion von 1808 schildert Adam Fackhler seinen Besitz: Sölde beim Hanns Adel mit Gemeinderecht, Viehtrieb für 8 Stück, Nutzanteil am Gemeindebesitz. Achtelhöfler.

Ein gemauertes Wohnhaus, das Mössnerhaus genannt. Stadl und Garten. Gekauft anno 1790 um 1.100 fl. Solches Haus hat Adam Fackhler von Anton Fackhler von Amerbach erkauft am 04.07.1790 um 1.100 fl.

Der 1/8 Gässlehof wird zubauweise besessen. Diese 1/8 Höfl samt Söldenbehausung hat Adam Fackhler von Benno Schneidt, dem Jungen, lt. Brief vom 07.10.1784 um 1.400 fl. erkauft. Die Söldenbehausung aber wieder an Josef Renner verkauft um 1.000 fl.

Dieses Höfl zahlt sich Rebdorf 2 Malter, 2 Vierling Korn und 2 Malter 2 Vierling Haber.

Ein Viertllehen, das dem Reichstift Kaisheim gehörte, wurde anno 1800 frei gemacht um die Summe von 200 fl.

Dann weist er noch darauf hin, dass er jenes ¼ Lehen von seiner ersten Frau samt eigenen Grundstücken und eine halbe Söldenbehausung als Heiratsgut erhalten habe = 1.619 fl. 45 xr. Und dass er diese halbe Söldenbehausung seinem Bruder Jacob um 550 fl. gegeben habe mit 4 Stück Vieh. Grundbesitz: 14.74 Tagwerk.

Lt. Brief vom 22.11.1825 übernimmt Johann Fackhler aus der Verlassenschaft seines Vaters Adam Fackhler den Besitz nebst einigen auswärtigen Grundstücken um 1.500 fl.

Daraufhin schliesst er den Ehevertrag lt. Brief vom 27.01.1826 mit der 31 jährigen ledigen Margareta Fackhler. Eltern: Georg und Margareta Lueger. Die Braut hat 500 fl. und 50 fl. für Ausfertigung als Heiratsgut. Der Bräutigam besitzt die elterliche Sölde.

Nach dem Tode der 1. Frau Margareta vermacht der Witiber lt. Brief vom 18.11.1829 seinem erstehelichen Sohne Georg das Muttergut zu 556 fl. 6 xr. und schliesst den Ehevertrag mit Walburga Fackhler, geb. 13.02.1801. Sie stammt von Kreuth und ist die Tochter des Josef Fackhler. Sie hat 300 fl. Heiratsgut und 75 fl. für Ausfertigung. Er gibt den Wert seines Besitzes mit 1.550 fl. an und die Schulden mit 1.050 fl.
Eheabschluss: 24.11.1829.

Auch die 2. Ehefrau starb. Nach ihrem Tode hat Johann Fackhler am 15.04.1832 dem Kinde aus 2. Ehe Walburga das Muttergut von 959 fl. ausgezeigt.

Am 04.07.1832 schliesst er den Ehevertrag mit der 29 jährigen Theres Reicharzer, geb. 28.12.1803. und gestorben 12.07.1856. Der Eheabschluss fand statt am 07.08.1832. Heiratsgut: 200 fl. Ausfertigung zu 25 fl. Sein Besitz: 1.900 fl. Schulden: 1.459 fl.

Johann Fackhler ist geb. 10.01.1801 und gestorben 07.09.1870!

Im Jahre 1853 kommen zum Besitz 6 Gemeindeteile zu 2,92 Tgw.
Grundbesitz 1852: 14.77 Tagwerk, Steuer: 2 fl. 30 xr. 6 hl.
Bodenzins: 6 fl. 16 xr. 2 hl.

Diese Gebäude sind 1858 abgebrannt und wieder aufgebaut worden!

Johann Fackhler hat lt. Brief vom 10.06.1862 an Josef Seefridt 15 verkauft, 7,16 Tgw., Felder um 2.500 fl.

Weiterhin hat er 7,43 Tgw. zu Haus Nr. 55 gezogen wegen Häusertausch. Rest: 65 Dezimal. Diesen Besitz erwarb durch Tausch gegen 55 der Söldner Lorenz Voglgsang lt. Not. Urkunde vom 22.12.1862. Von 55 hieher wurden 19,85 Tgw. Grundstücke hieher auf 40 gezogen.

Den Besitz zu 21,63 Tgw. übernahm lt. Not. Urkunde vom 06.06.1866 um 5.000 fl. Johann Voglgsang.

Stand des Besitzes 1892: 24,64 Tgw.

Es wurden von Johann Voglgsang dazu gekauft 3,18 Tgw. um ca. 2.500 Mark.

Johann Voglgsang, geb. 20.03.1844, gestorben am 29.09.1903, heiratete am 10.10.1871 die Walburga Mayr von Nr. 60, geb. 18.02.1851, gestorben am 11.12.1891.

Lt. Erbteilungsurkunde vom 23.12.1903 übernahm Franz Voglgsang den Besitz von 24,64 Tgw. um 17.875 Mark zum Alleineigentum. Voglgsang Franz und Theresia geb. Seefried schliessen den Erbvertrag am 22.10.1904. Sie heiraten am 22.11.1904.

Lt. Not. Urkunde erhält den vorstehenden Besitz am 23.04.1938 der Sohn Franz Voglgsang um 17.000 Mark.

Lt. Erbfolgevertrag vom 23.04.1938 übernimmt die Frau nach dem Tode des Mannes den Besitz infolge Erbfolge zu 9,4650 ha.