Ahnen- und Familienforschung Voglgsang

 

 

Laub - Hausnummer 42 

Hausname: Petersbauer, 1850: Petersbauer, 1801 und 1760: Rohrichhof, 1760: ufm Rohrighöfl

Im Saalbuch des churfürstlichen Pflegegerichtes Wemding ist dieser Hof (ein ganzer Hof) also beschrieben (Es stammt vom Jahr 1576).

Georg Wager und Michael Seefridt pauen miteinander eine Hueb, zu Dorf eine Behausung, Hofraith, Stadl, Stallung und ein kleines Gärtl zwischen Mathißen Löffladen und Leonhardt Seuzmüllern.

Dann heißt es weiter: Balhasar Löffladt (jetzt Lorenz Reicharzer, Jakob Rauch).

So liegt diese Hueb zu Veldt gegen Amerbach:

1. Veldt 15 Morgen Ackher,
2. das ander Veldt 
12 Morgen 1/4 Ackher,
3. drit Veldt gen. der Sandtgartten8 1/2 Morgen Ackher,
Summa aller drei Veldter:35 Morgen 3/4 Ackher
Wißmather Summa5 Tagwerk

Vorgmelter Balthasar Löffladt(sic) gibt jerlich meinem gnedigen Herrn und Fürsten zu gilt:

An gelt zwen Pfenning, zwo Hennen,
An Roggen drey Malter drey Viertl (Nördlicher Maaß)
item gen Rebdorf auch 3 Malter Korn, 3 Malter Haabern, an gelt genannt gattergelt sechs Pfund weniger 3 Heller weisser Münz. (Extrakt aus dem Saalbuch des churf. Pflegeamt Wemding, Depot Laub, Staatsarchiv Neuburg, Nr. 2 vom Jahre 1576).

Demnach besitzen also bereits 1576 diesen Hof zwei, nämlich Georg Wager und Michael Seefridt.

In der Hauptgüterconscription vom Jahre 1752 wird dieser Hof beschrieben:

Lorenz Reicharzer besitzt 1/8 Höfl, das zum Castenamt Wemding gehört. Er besitzt Erbrecht, fourage: 52 xr 2 dn.
Er reicht hieraus zum Castenamt Wemding jährlich 21 1/2 xr. Grundzins und 5 Metzen (Mzen) Korn, zum Closter Rebdorf 4 Metzen (Mz) Koren, 9 Mz. Haber, 21 1/2 xr.
Eigene Grundstücke: 46 Peet Ackher, 16 Peet Krautgarten, 3 3/4 Tgw. zweimädige Wismather, 2 Tgw. einmädige Wiesen, von 3/4 Tgw. Wiesen gibt er zur Sebstianipfleg in Öttingen ährlich an Korn 3 Vierling, item von 2 1/2 Tgw.
Wiesen gibt er zum fürstlichen Oberamt Öttingen jährlich 37 1/2 xr.
Der jährliche Grundzins beträgt 2 fl. 6 xr.
Im Hofanlagebuch von 1760 steht Lorenz Reicharzer (Franz Reicharzers Witwe) ufm Rohrighöfl: Hoffuß 1/8, fourage 52 1/2 xr., Herdstätt 25 xr. Jagdscharwerch 7 1/2 xr., Castenamt Wemding, Erbrecht.

Dieser Hof ist also bereits vor 1752 geteilt worden. Jakob Rauch (61) hat 1/8 von diesem Hof erworben.

Die Hofbesitzer ab 1670:

Lt. Brief vom 19.06.1696 vertauscht Georg Wager, Witiber zu Laub, seine churfürstliche lehenbare halbe Hueb, so zu Dorf eine Behausung zwischen Leonhardt Reicharzer und dem Gärttlen, zu Veldt aber 17 3/4 Morgen Ackher
3/4 Tgw. zweimädige Wiesen, hat, seinem Sohne Peter Wager und dessen Tochtermann Mathes Reicharzer, Metzger, gegen die Söldenbehausung dieser beiden neben H. Knezele und Michael Seefridt gelegen. Dabei ist auch ein Stadl. Die beiden sollen die halbe Hueb so miteinander hauen und bebauen und 250 fl. bar und 300 fl. in Fristen bezahlen. Die halbe Hueb aber wird auf 800 fl. angeschlagen. Beide Käufer müssen aber dem Vater und Schweher solange er lebt jährlich 6 Beet Acker im Veldt nutzen lassen.

Georg Wager war mit einer Apollonia verheiratet.

Petrus Wager hat am 11.07.1690 die Ehe mit Maria Reicharzerin geschlossen, die eine Tochter des Leonhardt und seiner Frau Margareta Reicharzer ist.

Demnach übernahm Peter Wager am 19.06.1696 die Hueb Nr. 42.

Ein Übergabsbrief vom 11.04.1722 berichtet, dass Peter Wager, Paur, und seine Frau Maria ihrer Tochter Margareta ihre seit 1696 und 1700 besitzende 2 halbe Hueben, die zuvor ein Gut gewesen und insgemain der Dullenhof genannt wird, so zu Dorf eine Behausung haben zwischen Martin Schneidt und dem sogenannten Budlgärttl, zu Veldt aber 17 3/4 Morgen Acker und 3/4 Tgw. zweimädige Wiesen und 1 1/2 Tgw. einmädige Wismather in sich halten, samt Dreingabe von ein paar Ochsen, 1 Kuh, allen Waxenwerchs um 1.600 fl., übergeben haben. Heiratsgut darf sie von der Summe 200 fl. nehmen.

Diese Margareta Wagerin heiratet nun Hans Georg Reicharzer lt. Brief vom gleichen Tage. Er bringt ihr 600 fl. Heiratsgut in barem Geld und 2 Tgw. zweimädige Wiesen, 1 Tgw. einmädige Wiese, 2 1/2 Morgen Ackher und 3 Beet Krautgarten.

Nach dem Tode seiner 1. Frau Margareta hat der Witiber Hans Georg Reicharzer, Paur, seinen 3 Kindern Ignaz 9, Mattheis 8, M. Barbara 2 1/2 Jahr als mütterliches Erbgut je 300 fl. vermacht. Er behält das Hofgut mit allem Zubehör.

Dann heiratet er lt. Ehevertrag vom 04.02.1732 die Anna Maria Fischer, Tochter des Georg Adam Fischer von Amerbach. Sie bringt ihm 350 fl. Heiratsgut, Ausfertigung, eine Kuh, Truhen, Bett, Kasten.

Nach dem Tode des Hans Georg Reicharzer, Halbbauern zu Laub, hat die Witwe Anna Maria lt. Vertragsbrief vom 23.10.1744 den vorhandenen 6 Kindern aus 1. und 2. Ehe, Marianne 8, Josef 6, Maria 2 Jahre (2. Ehe) ausgemacht. Das Vermögen soll restlos ihr verbleiben. Den Kindern aus 1. Ehe ist das Ergbut bereits vermacht. Als väterliches Erbe bekommen sie noch je 75 fl., während die Kinder aus 2. Ehe das väterliche Erbgut und je 25 fl. samt Wäsche bekommen.

Lt. Ehevertragsbrief vom 24.10.1744 heiratet die Witib Anna Maria den Söldner und Witiber Lorenz Reicharzer. Er bringt ihr seine Söldenbehausung samt Grundstücken und Inventar. Sie hat ihre am 23.10.1744 an sich gebracht halbe Hueb mit allem Zubehör und Grundstücken.

Dieser Lorenz Reicharzer war mit Euphrosine Seefriedtin verheiratet, die wiederum eine Tochter des Müllers Matthias und Maria Seefridt war. Eheabschluss: 13.02.1719. Lorenz Reicharzer war der Sohn des Webers Andreas Reicharzer über der Rorach und Apollonia.

Er war Söldner und hatte von seiner Frau Euphrosina 6 Kinder: Maria, Joseph, beide bereits vogtbar, Marianne 12, Margareta 10, Chatharina 8, Johannes 3. Diesen seinen Kindern hat er je 100 fl. Heiratsgut vermacht. Ab 18 Jahren! Ausserdem erhalten die Mädchen bei Verheiratung 40 fl. für Ausfertigung und die Buben 25 fl. für Handwerk lernen.

Er, der Witiber, behält das ganze Vermögen.

Lt. Übergabsbrief vo 05.01.1764 übergibt Lorenz Reicharzer Halbbauer, und seine Frau Anna Maria ihrem Sohn Franz Reicharzer, ledig, doch vogtbar, ihr 1/8 Höfl zu Dorf und zu Feld, das sie seit 24.10.1744 besitzen, zwischen Christoph Fackhler und Andreas Schneidt gelegen, mit Hausrath und Pferden um 1.000 fl.! 200 fl. darf er als Heiratsgut abziehen. Er darf aber erst nach 3 Jahren als Mayer das Hofgut antreten.

Am gleichen Tage (oder etwas später, denn die Trauung erfolgte am 05.06.1764) schloss Franz Reicharzer mit Walburga Hörman den Ehevertrag. Sie war die Tochter des Sebastian Hörman und Anna Margareta.

Sie hatte 700 fl. Heiratsgut, 1 Kuh, Ausfertigung. Das Heiratsgut war zu 200 fl. Bargeld, zu 500 fl. ein Kaisheimisches Lehen, das ihm vom Pflegegericht übereignet und bestätigt wurde.

Nach dem Tode der Walburga Reicharzerin hat der Mann, Petersbauer genannt, den 3 Kindern Franz 6, Maria 4, Josef 2 Jahre als mütterliches Erbgut je 250 fl. ausgemacht. Ab 17 Jahre um 5 % zu verzinsen!

Die Töchter erhalten noch die Halsgewänder der Mutter und Ausfertigung, die Buben je 20 fl. für ein Ehrenkleid. Brief vom 22.08.1771.

Am gleichen Tage schliesst Franz Reicharzer den Ehevertrag mit Theresia, Tochter des Andreas Müller und Catharina von Maihingen. Sie bringt ihm 300 fl. Heiratsgut u. Ausfertigung und weisse Waar und Bett.

Die Ehe wurde am 16.09.1771 geschlossen.

Nach dem Tode der Theresia Reicharzerin, die 1780 mit 34 Jahren starb, vermachte der Ehemann, Franz Reicharzer, Bauer, dem Töchterlein, Maria Anna aus 2. Ehe als mütterliches Erbgut 250 fl. nebst Ausfertigung und 1 Kuh, oder dafür 40 fl. bzw. 15 fl. lt. Brief vom 20.09.1780.

Er heiratete sodann lt. Brief vom 20.09.1780 die Franziska Keller, Tochter des Michael Keller und Maria zu Schneidheim. Heiratsgut: 300 fl. und mittelmässige Ausfertigung. Trauung war am 14.11.1780.

Von diesem Hof wurden nach dem Tode des Franz Reicharzer durch die Erben: Wittib Franziska, Tochter Anna Maria, verh. Schneidt, Franz, Josef (Söhne und Maria, alle drei ledig, Güter im Werte zu 1.050 fl. verkauft, nämlich 1/2 Tgw. zweimädige Wiese, 3/4 Tgw. Stadelwiese, 4 Bett A., 1/2 Morg.Acker, 4 Beet Krautgarten, 1 Pferd, Geschirr und Sattel.

Lt. Übergabsbrief vom 30.11.1809 übergibt die Witwe Franziska Reicherzer ihr 1/4 Höfl bestehend in Haus, Stadl, Garten und 9 Morgen Acker und Wiesen, 2 Kühen, 2 Rauppen, 3 Schweinen, Inventar ihrem lb. Sohn Lorenz und seiner Braut Creszenz Mair um 400 fl. Brief vom 30.11.1809.

Die beiden heirateten am 16. Januar 1810.

Die Braut ist geboren am 01.02.1787 in Munningen als Bäckerstochter.

Er ist geboren am 29.07.1788 auf Nr. 42.

Dieser Lorenz Reicherzer schildert in der Fassion von 1808 also:

Lorenz Reicharzer, auf dem 1/4 Rorichhof, erbrechtsweise grundbar zum Castenamt Wemding ... 1 ganzes Gem.Recht, Weiderecht für St. Vieh, Anteil an den noch unverteilten Gemeindegründen. Hölzerner Stadl. Zum ehemaligen Castenamt Wemding 4 Mlt. 3 Vierling Korn, nach Rebdorf 3 M. Korn, 1 Scheffel Haber.

Diesen 1/4 Rorichhof hat Franziska Reicherzer vom Ehemann um 1.600 fl. lt. Schätzung übernommen. Am 04.10.1798 ist die Stadlwiese um 300 fl. gekauft worden. Der Rest von dem geteilten Rorichhof ist noch 7,98 Tgw.

Durch Zukauf von Gütern ist der Besitz 1820 auf 12,01 Tgw. gewachsen.

Im Jahre 1855 kommen lt. Brief noch 6 Gemeindeteile dazu: 2,92 Tgw.

1852 wurde der Bodenzins fixiert auf: 11 fl. 38 xr. 3 hl.

Lt. Übergabsbrief vom 18.02.1857 übergaben nach dem Tode des Mannes seine Witwe (Frau) Creszenz und ihre 6 Kinder, Walburga (verh. Hertle), Marianne (verh. Hermann), Johann Georg, Johann, Lorenz und Maria Josepha (verh. Schmutterer in Megesheim) ihr Anwesen Nr. 42 ihrem Sohne bzw. Bruder Johann Georg mit Wohnhaus, Nebengebäuden, Hofraith zu 14 Dz. und Garten zu 41 Dz. und Felder: 21 Grundstücke und 6 Gemeindeteile zusammen 15,46 Tgw. um 3.500 fl.

Auf dem Anwesen sind aber 2.350 fl. Schulden!

Johann Georg Reicharzer, geb. 11.04.1823, gest. 03.02.1885, schloss den Ehevertrag am 28.03.1857 mit der Jungfrau Walburga Wiederholl, die am 15.04.1822 geboren wurde und am 09.04.1894 starb. Sie bringt 500 fl. Heiratsgut und eine Ausfertigung zu 60 fl. Das Anwesen ist auf 2.000 fl. geschätzt, hat aber 1.600 fl. Schulden. Brief vom 28.03.1857.

Die beiden schlossen die Ehe am 04.05.1857.

Die Schulden machten dem Besitzer zu schaffen. Er sah sich gezwungen Güter zu veräussern. So verkaufte er 6,35 Tgw. um den Preis von 1.413 fl. Davon erwarb Josef Seefridt Grundstücke um 500 fl.

Den Besitz zu 3,88 ha erwarb lt. Not. Urkunde vom 12.12.1884 der Sohn Georg Reicharzer um die Summe von 12.468 Mark. Eingeschlossen war auch der Besitz in der St. Gemeinde Schwörsheim und Holzkirchen. Trotzdem war diese Belastung des Anwesens zu gross. 1887 ist der Besitz: 3,95 ha (11,60 Tgw.).

Georg Reicherzer schloss die Ehe am 24.01.1893 mit Josepha Reicherzer. Er ist geboren am 18.04.1858 auf Nr. 42 und gestorben im Februar 1923. Sie ist geboren am 02.04.1866 auf Nr. 1.

Der Besitz kam auf die Gant. Lt. Urkunde vom 28.05.1896 ersteigerte ihn der Darlehenskassenverein Laub um 5.260 Mark. Es waren 12,01 Tgw.!

Dann tauschte den Besitz lt. Not. Urkunde vom 22.04.1897 im Anschlag zu 2.800 Mark gegen das Anwesen Nr.55 1/2 im Anschlag zu 500 Mark ein.

Grundbesitz: 1,58 Tgw.

Ignaz Seefried, der am 31.07.1840 auf Nr. 15 geboren war und am 10.01.1865 sich mit Walburga Fackler von Nr. 40 verheiratet hatte. Walburga Fackler ist geboren am 18.03.1837 und am 10.02.1894 gestorben.

Lt. Urkunde vom 29.07.1902 kaufte Johann Baptist Fischer von Amerbach, geb. 05.08.1875, den Besitz inkl. Besitz in Holzkirchen und Schwörsheim um 10.500 Mark. Jetzt ist der Besitz: 16,87 Tgw.!

Johann Baptist Fischer schloss am 09.09.1902 die Ehe mit der Bauerstochter Genovefa Rauch von Nr. 61. Sie ist am 02.07.1874 geboren.

Lt. Not. Urkunde vom 26.06.1946 tritt der Sohn Leo die Erbfolge an.

Fischer Leo und Anna Renner übernehmen das Anwesen in Gütergemeinschaft lt. Urkunde vom 16.05.1947. Besitz: 6,14 ha.